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15.08.2009 10:17
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Mehr Sicherheit im Bus - aber wie?

Die Hemmschwelle ist vor allem bei Schülern, Jugendlichen und Heranwachsenden stark gesunken: Die Gewaltbereitschaft auf Solingens Straßen hat in den vergangenen Jahren erschreckend zugenommen. Aber nicht nur dort. „Die Sachbeschädigungen, schlimme verbale Attacken und körperliche Gewalt gegen Busfahrer und Fahrgäste in den Solinger Linienbussen haben ein Ausmaß angenommen, das unverzügliches Gegensteuern nötig macht“, sagt Bernhard Müller. Er ist Betriebsratsvorsitzender des Verkehrsbetriebs der Stadtwerke Solingen (SWS). Und Müller fordert von der Geschäftsleitung und dem Aufsichtsrat ein „nachhaltiges Sicherheitskonzept“ für die 180 SWS-Busfahrer.

Denn tief sitze bei den Kollegen die Furcht vor Übergriffen, sagt der Betriebsratsvorsitzende. Trauriger

ÜBERGRIFFE

GEWALT Die Statistik der Verkehrsbetriebe weist für 2005 „nur“ 20 massive verbale oder körperliche Übergriffe auf Busfahrer oder Fahrgäste aus. 2006 waren es 22, ein Jahr später 28. 2008 sank die Zahl auf 25. In den ersten sechs Monaten dieses Jahres sind es allerdings schon 14.

ZUNAHME Auffallend ist die Zunahme der Vorfälle mit Schülern und Jugendlichen im Schüler- und Nachtexpressverkehr.

Höhepunkt, der das „Fass zum Überlaufen“ gebracht habe, sei Ende Januar diesen Jahres die brutale Attacke auf einen Busfahrer am Graf-Wilhelm-Platz gewesen. Damals hatten im Nachtexpress nach Vohwinkel zwei 20-Jährige vor den Augen untätiger Fahrgäste den Fahrer krankenhausreif geprügelt, nur weil dieser gefordert hatte, eine Bierflasche draußen zu lassen.

Inzwischen hat man durchaus reagiert: Die Busse werden nicht nur sukzessive mit Videoüberwachungsanlagen ausgerüstet, die Fahrer der sechs Nachtexpress-Linien sind auch mit Notfalltelefonen ausgestattet. Wird der rote Alarmknopf des Handys gedrückt, wird sofort ein Kontakt zur SWS-Leitstelle und zur Polizei hergestellt. „Aber das reicht bei weitem nicht“, sagt Bernhard Müller.

Ein Konzept wurde am „runden Tisch“ erarbeitet

Die Busfahrer luden zum „runden Tisch“ Vertreter von Polizei, Justiz, des Stadtdienstes Ordnung, der Schulaufsichtsbehörde und Gewerkschaften ein. Ziel: ein verbessertes Zusammenwirken der bisherigen Ordnungspartnerschaften und die Erstellung eines Sicherheitskonzeptes.

Dieses Maßnahmenbündel präsentiert die SWS-Geschäftsführung nun am Montag im Aufsichtsrat. Denn mehr Sicherheit kostet Geld. Und das muss im Wirtschaftsplan ausgewiesen werden, der im September für zwei Jahre abgesegnet wird.

Das Konzept sieht nicht nur die Ausweitung präventiver Maßnahmen an Schulen sowie verstärkte Schwerpunktüberwachungen von SWS, Polizei und Ordnungsamt vor, sondern auch die Aufstockung der Verkehrsaufsicht von 10 auf 13 Mitarbeitern. Und es sollen - zunächst auf zwei Jahre befristet - Sicherheits-, Kontroll- und Begleitpersonen eingestellt werden. Dabei will man wegen der Bezuschussung auf Arbeitslose zurückgreifen. 30 Busse sollen Trennwände aus Plexiglas zum Schutz der Fahrer erhalten.

Rund 350 000 Euro soll das Maßnahmenbündel kosten, zu zwei Dritteln refinanziert durch zu erwartende Mehreinnahmen durch die verstärkten Kontrollen. hpm