AUSSTELLUNG Objekte aus der Dritten Welt „Vom Autoreifen zur Sandale“ im Industriemuseum.
Von Karl-Rainer Broch
Alte Autoreifen kann man auseinanderschneiden und daraus Gebrauchsgegenstände machen. So entstehen in der Dritten Welt nicht nur Sandalen, sondern Taschen, Schüsseln, Eimer, Rucksäcke, sogar Kinderschaukeln.
Diese und viele andere Beispiele, wie man aus Müll nicht nur den Haushalt bereichert, sondern auch Kunstwerke und Unterrichtsmaterial herstellt, zeigt die Sonderausstellung im Industriemuseum, die morgen um 11 Uhr eröffnet wird. „Wir freuen uns über viele Besucher in der Gesenkschmiede Hendrichs“, meint Direktor Dr. Jochem Putsch, „ die sich für kreative technische Lösungen interessieren.“
Die Ausstellung „Vom Autoreifen zur Sandale“ wurde bisher schon 48-mal gezeigt, der Lehrer Hans Schmidt war viele Jahre in den Ländern der Dritten Welt unterwegs und musste feststellen, dass seine europäischen Standards nicht brauchbar waren: „Das führte zu einer angepassten Unterrichtstechnologie, die mit allereinfachsten Mitteln auskommen musste.“
Seine Reisen führten ihn in viele Länder, und überall stellte er fest: „Es herrscht zwar materielle Armut, aber dafür kreativer Reichtum, der sich mit den Notzeiten nach dem Zweiten Weltkrieg vergleichen lässt.“
Hans Schmidt wird morgen durch seine Sammlung führen, die sich für den Unterricht von Kindern und Jugendlichen eignet, aber auch der älteren Generation Gelegenheit zu Gesprächen gibt. Der Treff 60 des Solinger Tageblattes bietet daher Führungen an den Donnerstagen 23. Februar und 22. März an (Beginn 15 Uhr, Eintritt 2,50 €). Kindergärten und Schulen können über die Info-Hotline des Museums ( (02234) 99 21-555) Termine vereinbaren.
Wanderausstellung „Mit Feuer & Wasser“ läuft gleichzeitig
Die Fülle der Objekte ist beeindruckend. Es gibt offenbar nichts, was man nicht noch gebrauchen könnte. Nicht nur Holz, sondern auch Papier, Blechdosen und Kronenkorken regen die „Einfälle für Abfälle“ an. Für das Industriemuseum schlägt die Präsentation dieser Objekte einen Bogen zu früheren Ausstellungen. Putsch lobte das Engagement des Fördervereins.
Parallel dazu kann man sich die Wanderausstellung „Mit Feuer & Wasser“ – präsentiert vom Netzwerk Industriekultur Bergisches Land – ansehen. Zwölf Museen und Einrichtungen vom Bandwebermuseum bis zum Wipperkotten stellen sich vor. Schautafeln und Spinde mit typischen Merkmalen laden zum Forschen und Betrachten ein.
Ausstellung „Vom Autoreifen zur Sandale“ bis 8. April; Ausstellung „Mit Feuer & Wasser“ bis 22. April. Industriemuseum Gesenkschmiede Hendrichs, Merscheider Str. 289-297. Geöffnet Di. bis Fr. 10 bis 17 Uhr, Sa./So. 11 bis 18 Uhr.