LAUREL & HARDY-MUSEUM Mit dem Titanic-Museum konnte Laurels Überfahrt geklärt werden.
Nie wieder auf einem „Viehtransporter“ der Cunard-Line über den großen Teich, sagte sich Stan Laurel, als er mit einer britischen Music-Hall-Truppe 1910 zwecks Tournee in die USA schipperte. Auch sonst war die Unternehmung wenig erfolgreich. Der Star der Truppe, Charlie Chaplin, wurde nämlich prompt zum Film abgeworben, so dass der Rest bereits nach einem halben Jahr wieder die Heimreise antreten musste. So wurde eine zweite Tournee für das Jahr 1912 vorbereitet. Und das sollte gleichzeitig die endgültige Überfahrt für Laurel in seine neue Heimat werden.Über 2000 Besucher zählte das Laurel & Hardy-Museum 2008„Dass er in die USA ausgewandert ist, wissen wir“, sagt Wolfgang Günther, Leiter des Laurel & Hardy-Museums im Walder Kotten. „Aber nicht, mit welchem Schiff.“ Erst die Zusammenarbeit mit Andreas Pfeffer vom Titanic-Museum in Essen brachte Licht ins Dunkel. „Der Name Laurel fand sich auf keiner Passagierliste.“ Es handelt sich um einen Künstlernamen. „Danach hätten wir uns buchstäblich doof suchen können“, erläutert Andreas Pfeffer mit Blick auf den Namen, unter dem das Duo Laurel und Hardy später in Deutschland populär wurde: Dick & Doof. Zu dieser Zeit aber reiste Laurel noch unter seinem bürgerlichen Namen Stanley Arthur Jeffersen.Und der findet sich auf der Passagier-Liste der „Olympic“, die am 18. September 1912 Southampton in Richtung USA verließ. Pfeffer: „Das war ein halbes Jahr nachdem das fast baugleiche Schwesterschiff ,Titanic’ am 15. April untergegangen war.“ Und Wolfgang Günther ergänzt spekulierend: „Wäre die Tourneeplanung anders verlaufen, hätte Laurel auf der ,Titanic’ fahren können.“ Dann allerdings hätte es aller Wahrscheinlichkeit nach nie Dick & Doof gegeben – und natürlich auch kein Laurel & Hardy-Museum in Solingen.Das wird immer beliebter. Günther: „Im vergangenen Jahr zählten wir über 2000 Besucher, und jetzt sind wir schon weit über der 500er Marke.“Einen kleinen Schwindel kann Pfeffer auch aufklären: Die „Olympic“ lief lange vor der „Titanic“ vom Stapel. So wurde sie oft und gerne fotografiert. Für die „Titanic“ interessierten sich dann die Pressevertreter weniger. Erst mit dem spektakulären Untergang kam das Interesse. So sind viele Fotos, die angeblich das Innere der „Titanic“ zeigen, tatsächlich Fotos von der gleich ausgestatteten „Olympic“. crmInternet: www.laurel-hardy-museum und www.titanic-museum-germany.de