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Kundgebungen verliefen am Samstag friedlich
Von Uli Preuss und Dirk Lotze Waren es in Remscheid noch 120 Teilnehmer, trafen in Solingen 20 Minuten vor ihrer Zeit noch knapp 100 Teilnehmer der Kundgebung von Pro NRW auf dem abgesperrten Platz zwischen Hauptstraße und Kasinostraße ein. Die Teilnehmer waren aus der Werkzeugstadt mit zwei Bussen und einem Lautsprecherwagen unter starkem Polizeiaufgebot angereist. So früh, wie sie gekommen waren, so zeitig verließen sie Solingen am Samstag auch wieder. Begleitet wurde die Kundgebung von Buhrufen und einem Pfeifkonzert von etwa 200 Gegendemonstranten. In Remscheid hatte die Polizei zu Spitzenzeiten gut 2000 Gegendemonstranten gemeldet. Dort hatte Pro NRW gegen den Bau einer Moschee protestiert, hier in Solingen protestierte man gegen Salafisten. Rund 200 Meter weiter unten auf der mittleren Hauptstraße hatte das Solinger Bündnis "Bunt statt Braun" schon sehr früh mit seiner Gegenveranstaltung begonnen. Hier zählte die Polizei etwa 300 Teilnehmer. Die Kundgebung war geprägt von Reden, die allesamt gegen rechte Gesinnung gingen und für Toleranz und Demokratiedenken. Auf Schildern war das jüngste Zitat des neuen Bundespräsidenten und "Schärfste Klinge"-Preisträgers Joachim Gauck zu lesen: "Euer Hass ist unser Ansporn". Deutlicher wurde Jürgen Beu vom Bündnis. Er sagte an die Adresse von Pro NRW: "Haut ab und bleibt weg vom Bergischen Land". Während der Kundgebungen hatten einige Geschäfte in der Innenstadt zugemacht, andere schützten ihre Ladenlokale durch Wachmänner. Zu einer einzigen leichten körperlichen Auseinandersetzung kam es während der Pro NRW-Kundgebung. Dabei ging ein Gegendemonstrant zu Boden. Die Polizei nahm Personalien auf. Naß wurden dort auch einige Teilnehmer, als aus dem vierten Stock eines Wohnhauses Wasser gekippt wurde. Über 1000 Beamte der Polizei sollen im Bergischen Städtedreieck am Samstag bei den Kundgebungen und einer weiteren Demonstration in Wuppertal im Einsatz gewesen sein. Für die Polizei ging das Konzept auf. Bewusst hatte man die beiden Kundgebungen in Solingen getrennt. Solingens Polizeichef Stefan Kronenberg: "Trotz Absperrung konnte man aktiv teilnehmen, das Grundrecht zur Meinungsfreiheit konnte genutzt werden." Kronenberg verzeichnete keine gewaltbereiten Störer. Auf Seiten der Gegendemonstranten waren neben den Teilnehmern von "Bunt statt Braun" viele Solinger Schüler, die auf Intiative des Jugendstadtrates gekommen waren. |
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