COMPUTER Viele Spieler vergessen dabei die reale Welt.
Von Stefanie Schubert und Elena Kenzbock, 9, Gesamtschule Solingen
Das Internet mit seiner vielfältigen Anzahl von sozialen Netzwerken, Online-Shopping Möglichkeiten, Online-Spielen und anderen Portalen, ist aus der heutigen Zeit gar nicht mehr wegzudenken. Jedoch vergessen viele Menschen dadurch, dass es noch eine Welt jenseits der Online-Bereiche gibt.
Es ist Nachmittag, wenn Deutschlands Schüler Schulschluss haben. Mehr als die Hälfte der Jugendlichen gehen nach Hause, um Mittag zu essen, ihre Hausaufgaben zu erledigen und um sich dann mit Freunden treffen zu können. Jedoch gestalten weit über 600 000 der Jugendlichen in Deutschland ihre Freizeit komplett anders.
Sie kommen nach Hause, werfen ihre Schultasche in die Ecke und drücken zu allererst auf den Power-Knopf ihres Computers. Somit beginnt für die meisten der Nachmittag. Über die Schule, geschweige denn die Hausaufgaben wird gar nicht mehr nachgedacht. Sie hocken allein im Dunkeln vor ihren flackernden Bildschirmen, während die Finger fest auf der Tastatur kleben. Total abgeschottet von der Außenwelt, sitzen sie an ihren Computern und spielen in einer Online-Welt einen Charakter, den sie in der realen Welt am liebsten auch sein wollen.
In einigen Fällen kommt es sogar so weit, dass diese Menschen nicht mehr raus an die Luft gehen, kaum noch schlafen, sich nicht waschen und pflegen und kaum Essen und Getränke zu sich nehmen. Meist werden Jungen Computerspiel oder- Internetsüchtig, besonders wenn sie wenige oder keine Freunde haben, mit denen sie über ihre Probleme reden können.
Es ist eine Flucht aus der Realität. Sie haben die Hoffnung, in der Online-Welt Freunde zu treffen, denen es genauso geht wie ihnen selber. Wissenschaftler und Psychologen vermuten, dass die Anzahl der Computersüchtigen in Deutschland noch steigen wird, aufgrund der vermehrten Herstellung von Computern und Internet Plattformen. Besonders gefährlich sind diesbezüglich Spiele wie „World of Warcraft“.
Es handelt sich dabei um ein Rollen-Online-Spiel, das rund um den Tag dauert, da es kein Ende beziehungsweise Ziel hat. Nach einer Studie von Sabine Meixner von 2009, gilt man bei der Computernutzung von 35 Stunden pro Woche als exzessiver Nutzer. Da die Computerspielsucht nicht als Suchterkrankung anerkannt ist, zahlen die Krankenkassen keine Therapie. Um von dieser Sucht loszukommen, reicht es nicht, mit einer vertrauten, erwachsenen Person zu reden. Man muss die Kraft selber finden, um einzusehen, dass man es übertrieben hat.
Manche schaffen es, indem sie sich vornehmen, den Strom des Computers für einige Wochen abzuschalten und sich mit anderen Dingen zu beschäftigen. Jedoch gibt es auch härtere und hoffnungslose Fälle. Speziell für solche Fälle wurde 2008 in Mainz die erste, bundesweite Ambulanz zur Behandlung von Computerspiel- und Internetsucht eröffnet. Die Betroffenen können dort anonym anrufen und mit einem Psychologen über ihre Probleme sprechen.