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17.01.2012 09:59
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Walder Kirche: Ausflug nach Paris

Von Klaus Günther

„Rameaus Neffe“ ist ein gescheiterter Künstler, eine lächerliche Figur. Zur „Musik bei Kerzenschein“ in der Walder Kirche las Pfarrer Bernd Reinzhagen aus Diderots Roman, der das vorrevolutionäre Frankreich schildert und von Goethe ins Deutsche übersetzt wurde. Der Onkel hingegen, Jean Philippe Rameau, gehört zu den großen Gestalten der Musikgeschichte. Er war ein Spätstarter; die erste seiner zahlreichen Opern und „Opera-ballets“ schrieb er mit 50 Jahren. Seine „Pièces de Clavecin en concerts“ entstanden noch später. Sie gehören zu den qualitätvollsten kompositorisch ausgefeilten Kammermusikwerken des französischen Barock. Peter Lamprecht stellt sie sogar über Klaviertrios von Haydn und Mozart.

Brillantes Cembalospiel
von Marc Reichow

Das ging aus dem ansprechend gestalteten Programm hervor, welches einen umfangreichen Artikel aus seiner Feder enthielt. Selten wird man über die Werke, die an einem Konzertabend erklingen, so umfänglich informiert.

Nachdem sie schon im vergangenen Jahr zwei dieser „Pièces“ vorgestellt hatten, spielten Marc Reichow, Cembalo, Almuth Wiesemann, Violine, und Peter Lamprecht, Viola da Gamba, diesmal die restlichen Stücke aus der Reihe. Rameau widmete einzelne Sätze berühmten Kollegen wie Marin Marais und dem Gambisten Forqueray, andere benannte er nach einem Roman (Coulicam) oder einem Ausflugs-ort in der Nähe von Paris (Vézinet). Das brillante Cembalospiel von Marc Reichow, der feine Klang der Violine von Almuth Wiesemann und die sonoren Töne von Peter Lamprechts selbstgebauter Gambe vereinigten sich zu beeindruckender Wiedergabe dieser reizvollen Musik. Die recht zahlreich erschienenen Musikfreunde dankten mit herzlichem Beifall.