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17.02.2011 11:26
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Traditionsunternehmen Krisam

Von Dominik Ersfeld, 8d, Gymnasium Schwertstraße

„Ich könnte heutzutage nicht mit guten Gewissen meinem Sohn sagen, dass er die Firma weiterführen soll“, erzählt der Besitzer der Friedhofsgärtnerei Krisam. Seiner Meinung nach verarmt die Bestattungskultur in Deutschland immer mehr. Viele Leute bevorzugen heutzutage die Anonyme- oder die Urnenbestattung. Das heißt, dass sie zwar immer noch bestatten, aber nicht mehr die Gräber pflegen. Auch in der Floristik hat sich vieles verändert, zum Beispiel kaufen kaum noch Leute ein Blumengesteck für den Tisch oder einen Blumenstrauß für die Großmutter. Die Menschen heutzutage setzten andere Prioritäten. Ihnen sind einfach andere Dinge wichtiger.

In solchen Zeiten muss man sich aus der Masse hervorheben und etwas Besonderes anbieten. Zum Beispiel ist die Friedhofgärtnerei die einzige in Solingen, die Friedhofsgärtner ausbildet. Momentan beschäftigt das Unternehmen zehn Angestellte und zwei Auszubildende. Wenn man jetzt diese Gärtnerei mit Discountern vergleicht, sieht man, dass sie verschiedene Prioritäten haben. Die Discounter setzten auf billige Massenproduktion. Es ist deutlich beim Weihnachtsgeschäft zu sehen. Die Adventskränze der Gärtnerei Krisam sind wesentlich zeitaufwendiger und ausgefallener. Es wurde, um ein Beispiel zu nennen, ein Adventskranz an dem Gummibärchen an Gummibärchen gereiht ist, angeboten. Ein weiterer Unterschied ist, dass man bei Krisam ausgebildete Floristen hat. Bei Fachpersonal kann man einfach eine bessere Beratung erwarten.

Ende des 19. Jahrhunderts wanderte Vincent Krisam, der Urgroßvater des jetzigen Besitzers, von der Mosel aus Longich nach Solingen Gräfrath ab. Dort traf er seine zukünftige Frau. Doch er gründete erst 1908 auf Umwegen das Unternehmen. Aber er bekam erst eine Aufgabe von der katholischen Kirchengemeinde Gräfrath als Totengräber. Nach und nach übernahm sein Gewerbe auch die Friedhofspflege. Mittlerweile hat die Friedhofsgärtnerei auf jedem Friedhof in Solingen und sogar auf ein kleines Gelände in Wuppertal Vorwinkel Gräber, die sie pflegt. Selbst nach 102 Jahren ist es noch ein Familienunternehmen. Alle Menschen haben eine Arbeitsstelle bis zur Rente, wenn sie sich nichts zu Schulden kommen lassen. Es ist mittlerweile schon die vierte Generation, die dieses Unternehmen weiterführt. Auf die Fragen warum der jetzige Besitzer diese Unternehmen weiterführt, antwortete er, dass damit aufgewachsen ist, dass er Gärtner gelernt hat und dass dieser Betrieb ihm eine gewisse Sicherheit dargestellt hat. Wenn diese Friedhofsgärtnerei weiterhin so auf Qualität achtet, gibt es vielleicht doch noch Möglichkeit, dass es eine fünfte Generation in dieser Firma gibt.