Demonstrationen zum Beispiel beim Castor-Transport waren nicht nur von Erwachsenen besucht. Auch Kinder und Jugendliche öffnen ihre Münder gegen strahlenden Müll. Wikipedia zufolge wurde 1954 das erste Atomkraftwerk in Obninsk, in der Nähe von Moskau, in Betrieb genommen.
56 Jahre Atomkraftwerke also - da kommt eine ganze Menge radioaktiver Müll zusammen. Und obwohl wir wissen, wie viel bei der Produktion von Strom mithilfe der Kernspaltung an radioaktivem Müll entsteht und wie lange es dauert, bis der ungefährlich ist, sollen jetzt die Laufzeiten der Atomkraftwerke im Schnitt um 12 Jahre verlängert werden. Dabei haben die Politiker nicht einmal ein hundertprozentig sicheres Endlager gefunden.
Nicht nur viele Erwachsene sind mit Atomkraft nicht einverstanden, auch bei den 13 bis 14Jährigen zeigt sich großer Unmut gegen Atomkraft. 84 Prozent der 25 Befragten antworteten auf die Frage, was sie von Atomkraft hielten, dass sie dagegen wären. 4 Prozent waren für Atomkraft, allerdings auch nicht extrem befürwortend. 12 Prozent dagegen wussten nicht, was Atomkraft ist. Bei der Frage, was sie von der geplanten Verlängerung der Laufzeiten halten, gab es ähnliche Ergebnisse. 80 Prozent waren gegen die Verlängerung, 8 Prozent dafür, während wieder dieselben 12 Prozent keine Ahnung hatten, was diese Verlängerung bedeutet.
„Es gibt doch genug Möglichkeiten, anders Strom zu produzieren“, so Maiwand Wadan, Schüler der Klasse 8b des Gymnasium Vogelsangs. Wahrscheinlich wäre der Strom aus anderen Quellen nicht einmal sehr viel teurer. Im Gegenteil, Atomkraft ist teuer. Bisher hat der Staat laut Quarks & Co 203,7 Milliarden Euro in die Atomkraft gesteckt. Im Endeffekt zahlt das dann der Durchschnittsbürger, also Steuerzahler. Grund genug, nicht still zu bleiben.
Am Castor-Zug, der im November seine strahlende Fracht zum Ziel Gorleben brachte, wurde auch sehr viel protestiert und demonstriert, von Trillerpfeifen bis Feuerwerkskörpern war alles im Einsatz, um die Politiker auf die Meinung Vieler aufmerksam zu machen. Für Menschen, die in der Nähe von Gorleben wohnen, ist es gerade eine schwierige Situation. Sie müssen in der Gewissheit leben, ständig strahlenden Müll in ihrer Nähe zu haben.
Das ist auch der Grund, für viele Leute aus Gorleben zu demonstrieren. Was würden wir in so einer Situation tun? In der Umfrage kam heraus, dass, obwohl 84 Prozent gegen Atomkraft aussagten, nur 44 Prozent demonstrieren würden, wenn das Nebenprodukt der Kernspaltung in ihrer Nähe gelagert werden soll. 52 Prozent dagegen würden sich plakat und Trillerpfeife nehmen und dagegen lautstark protestieren. Die restlichen 4 Prozent waren nicht sicher, ob es für sie sinnvoll wäre. Für die Mehrheit der 13 bis 14Jährigen kann man sagen, wäre die Abschaffung der Atomkraft eine gute Sache.