SCHULE Ab 2011 sollen die umstrittenen Kopfnoten abeschafft werden.
Von Jenifer Grosch, 9e, Gesamtschule Solingen
2011 werden keine Kopfnoten mehr vergeben, dies beschlossen, am 15. Dezember 2010 SPD und Grüne im Landtag. Kopfnoten bewerten das Arbeits- und Sozialverhalten der Schüler im Unterricht. Sie wurden 2007 von der damaligen schwarz-gelben Landesregierung wieder eingeführt.
Bewertung sozialer Kompetenzen würden es Wirtschaftsunternehmen erleichtern, sich für einen Bewerber zu entscheiden, da sie zusätzliche Hinweise über den Charakter des Bewerbers erhalten.
Zudem sei es für Vorstellungsgespräche sehr hilfreich, wenn Kopfnoten auf dem Abschlusszeugnis stehen würden, da Arbeitgeber sehr auf das Arbeits- und Sozialverhalten achten. So könnten sie einschätzen, ob der Schüler dazu fähig ist zum Beispiel im Team zu arbeiten. Die Landesfraktion der SPD lehnt die Einführung von Kopfnoten ab. Es bedürfe vielmehr einer differenzierten Beurteilung in Berichtsform, weil das Arbeits- und Sozialverhalten, eines Schülers sich nicht in Noten fassen lasse.
Auch die Grünen sprechen sich gegen Kopfnoten aus. Kinder, die Zuhause keine Arbeitshaltung vermittelt bekommen, keine hilfreiche Strukturierung des Tages erleben oder in dessen Familien die Schule einen geringen Stellenwert hat, würden von Kopfnoten benachteiligt werden.
Wie die beiden Minderheitslandesregierungsparteien (SPD, Grüne), so spricht sich auch Die Linke gegen Kopfnoten aus. Lehrer könnten sie als Mittel zum Zwang zu Wohlverhalten und zur Erzeugung von Duckmäusertum einsetzten. Sie seien ein willkürliches Instrument zur Erziehung von Schülern.
Nicht nur, dass einige Lehrer die Macht gegenüber den Schülern bewusst missbrauchen, sondern für viele Lehrer würden die Kopfnoten einen sehr hohen Arbeitsaufwand bedeuten. Die Lehrer würden quasi gezwungen werden falsche Urteile zu vergeben, da sie der Aufgabe gar nicht gerecht werden könnten. Eine verbale Beschreibung der Persönlichkeitseigenschaften sei deshalb der einzig richtige Weg den Stand der Persönlichkeitsentwicklung nur unzureichend zu beschreiben.
Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft spricht sich ebenfalls gegen Kopfnoten aus. Sie sind der Meinung, dass Kopfnoten aus erziehungswissenschaftlicher, wie aus psychologischer Sicht ein untaugliches Mittel zur Beurteilung von Schülern sei. Die GEW spricht in einer Musterrechnung vom einem Aufwand, der etwa 1100 Lehrerstellen ausmacht: 2 500 000 Schüler in NRW bekommen 15 000 000 Kopfnoten pro Halbjahr.
Der VBE rät dem Bildungsministerium die Kritik an Kopfnoten ernst zu nehmen und fordert seinerseits moderne Kopfnoten. Bei der Dokumentation sollten zentrale Bereiche wie Zuverlässigkeit, Arbeits-und Sozialverhalten und Durchhaltevermögen in moderner Form so auszuweisen sein, dass sie sowohl bestätigende, motivierende Kraft als auch mahnenden Charakter hätte. Sie sollten dem Schüler, den Eltern und dem künftigen Arbeitgeber ein ehrliches Bild über die Lern- und Leistungsentwicklung des Kindes geben und somit auch Grundlage schulischer Beratung sein.