Uns Menschen mit einer warmen Wohnung schaudert es, wenn wir Obdachlose in Kälte und Nässe draußen antreffen. Durch zu wenig Einkommen, Arbeitslosigkeit, Krankheit oder Scheidung ist mancher in die Obdachlosigkeit geraten und einige verschlimmern ihre Lage durch die Flucht in den Alkohol. Gibt es Hilfe?
Ein Obdachloser sagt: „Solingen bietet uns gar nichts, keine Schlafstellen, gar nichts, höchstens Bruchbuden.“ Glücklicherweise gibt es doch einige Hilfen.
„Die Straße“ ist zum Beispiel eine Zeitung, die teilweise von Obdachlosen gemacht und verkauft wird. Die Artikel weisen auf Probleme der Obdachlosen hin. Der Preis liegt zur Zeit bei 1,30 Euro und jeder Verkäufer erhält pro verkaufte Zeitung 0,60 Euro, der einen Ausweis bekommt, mit dem er nachweisen kann, dass er für den Verkauf autorisiert wurde. Die Zeitung wird von „Die GABE gGmbH und in Kooperation mit der Stadt Solingen und einigen anderen anderen Partnern herausgebracht.
Im Interview mit einem 32-jährigen Obdachlosen aus Tunesien wird klar, dass er mit der Schlafstelle unzufrieden sei, weil die Betten ungemütlich seien und der Raum kalt und schmutzig sei.
„Mit dem Essen bei der Solinger Tafel bin ich sehr zufrieden, weil ich dort wenigstens etwas zu Essen habe“, erklärte er. „Meiner Meinung nach bin ich fleißiger als alle anderen, weil ich mich seit meiner Kündigung nur noch darum bemühe einen Job bekommen. Ich bin nicht wie die anderen, die alkoholsüchtig, drogenabhängig oder einfach zu faul sind. Heute gab mir das Arbeitsamt endlich einen Termin für einen Job.“
Einen Job als Obdachloser zu bekommen ist nahezu unmöglich, da kein Arbeitgeber einen Job einem Obdachlosen geben würde, weil die Gefahr besteht, dass er oft fehlen würde. Und eine Wohnung als Obdachloser zu bekommen ist ebenso schwer, weil kein Vermieter einen Obdachlosen ohne Arbeit eine Wohnung vermieten würde, weil die Gefahr besteht, dass er die Miete nicht bezahlen kann.
So entsteht ein Teufelskreis der den Obdachlosen keine Chance bietet , aus der Obdachlosigkeit rauszukommen. Daher bietet Solingen zahlreiche Schlafstellen für Obdachlose, die auf der Goerdelerstr. 55, Bahnstr. Solingen-Ohligs, Dunkelnbergerstr. 15 Solingen-Ohligs, Grunerstr.7, Geranienweg 11, Elsässerstr.17 zu finden sind. Ebenfalls hat Solingen auch einige Tafeln bei denen Leute mit einem bestimmten Pass kostenlos ihr Essen abholen können, die sich auf der Ernst-Woltmannstr. 4, dem Nachtigallenweg 50 und der Blumenstr. 39 befinden.
Einen Job wünscht man jedem Obdachlosen, damit er wieder ein normales Leben führen kann und der Teufelskreis endlich durchbrochen ist.