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28.01.2012 10:13
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Lesung: Der rote Ohrensessel bleibt im Zimmer stehen

Von Sabine Firouzkhah

28 Stühle und ein Sofa standen im gemütlichen Wohnzimmer der Familie Leo, um die Gäste aufzunehmen – und natürlich ein extra besorgter roter Ohrensessel für die Autorin. Denn Stefanie Leo hatte zu ihrer ersten „Wohnzimmerlesung“ eingeladen. „Auf die Idee bin ich im Internet gestoßen“, erzählt die quirlige Ohligserin. „Als ich dann auf Facebook kundtat, dass ich das auch mal organisieren möchte, haben direkt ein paar Leute zugesagt.“

Unter anderem auch die Düsseldorfer Autorin Gina Mayer. Die 47-jährige Grafik-Designerin und Werbetexterin hat seit 2000 eine ansehnliche Reihe Jugendbücher und historische Romane veröffentlicht. Mit Mayers Zusage war für Stefanie Leo die Entscheidung gefallen. Und nun steht eine Veranstaltungsreihe, die am Donnerstag mit der Lesung von Gina Mayer zu ihrem neuesten Roman „Die Wildnis in mir“ ihren Anfang nahm.

INITIATIVEN

PRIVAT

 Ein Blick ins Internet verrät, dass diese Form der Veranstaltung immer mehr Freunde gewinnt. Selbst organisierte Kultur an ungewohnten Orten.

„Ich bin in sozialen Netzwerken im buchhändlerischen Verkehrswesen unterwegs.“

Stefanie Leo Organisatorin

„Den Stoff zu diesem Buch habe ich bei Recherchearbeiten in einem Museum entdeckt“, erzählt die geborene Ellwangerin. Daher beruht der Roman über die 16-jährige Henrietta aus Wuppertal, die im Jahre 1900 zu Missionaren in das heutige Namibia zieht, auf realen historischen Grundlagen.

Stefanie Leo ist glücklich über die große Resonanz und ihr ausverkauftes Haus. Die Hausfrau und Mutter hat sich seit einigen Jahren ein zweites Standbein im Kinderbuchhandel aufgebaut. „Ich bin in sozialen Netzwerken im buchhändlerischen Verkehrswesen unterwegs“, sagt sie augenzwinkernd von sich selbst. Und das so erfolgreich, dass sie jetzt auch als Jury-Mitglied für die neue Preisverleihung des Leipziger Lesekompass aktiv ist.

Zu ihrer Lesung kamen auch Fans ihrer Bücherkinder-Site: So der 13-jährige David Alexander Müller, der für Neuerscheinungen liest und rezensiert. Was bleibt, ist eine gelungene Veranstaltung, die Aussicht auf die nächste Lesung mit Jutta Wilde („Wie ein Flügelschlag“) am 2. März – und natürlich der Ohrensessel. „Der bleibt bei uns im Wohnzimmer“, verrät Stefanie Leo.

Facebook: Wohnzimmerlesung