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30.04.2012 10:16
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„Krieger des Regenbogens“ erzählt

Es ist eigentlich alles ein bisschen besonders. Der Ort: der Lichtturm in Gräfrath. Die Zeit: 22 Uhr. Und der Mann: Ferruccio Cainero, ein hinreißender Erzähler, der von der ersten Minute an das Publikum in seinen Bann schlägt. Zunächst verblüfft von dem unbefangenen Charme, mit dem er mit der Unvollkommenheit seines „Deutsch auf Italienisch“ kokettiert, kann sich keiner im vollbesetzten Raum der Faszination Caineros entziehen.

Es geht auf eine Zeitreise, zurück nach Udine in Bologna, zu seinen Wurzeln. Von diesem Ausgangspunkt aus entwickelt der Künstler seine Sicht auf das Leben. Entwickelt religiöse Haltungen, politische Folgerichtigkeiten. Er erzählt von der ersten Liebe, die ihn mit 15 erstmalig und heftig an der bornierten Engstirnigkeit des italienischen Katholizismus zweifeln lässt. „Alles war verboten, war Sünde!“ Er erzählt vom Verlust der kindlichen Geborgenheit, wenn man mit dem Älterwerden Brüche in der Welt der Erwachsenen feststellt. „Bis dahin war alles perfekt. Auf einmal war meine Welt trüb.“

Wortgewaltig, mit sprühendem Witz, untermalt von südländischem Temperament in Gestik und Mimik, nimmt Ferruccio Cainero mit in seine Innenwelt und damit in die von uns allen. In der Heiterkeit und nachdenkliche Melancholie unmittelbar nebeneinander liegen und oft genug auch verschmelzen.

Amüsierte Lacher aus dem Publikum ob der Leichtigkeit, mit der der lebhafte Komödiant die Inhaltsschwere seiner Gedanken transportiert – und im nächsten Moment tief berührte Stille. Ein „Krieger des Regenbogens“ sei er, nun, mit beinahe 60 Jahren. Einer, der helfen will, die Welt zu erhalten, zu verbessern oder zumindest ein Zeichen zu setzen gegen die zerstörende Bedrohung der Seelen in der modernen Zeit: eine Technik-Hörigkeit, die ein Miteinander immer weiter nach hinten drängt. jsl