Einen fulminanten Saisonabschluss der Reihe „Junge Pianisten Elite“ lieferte der Pianist Alexander Schimpf beim fünften Museumskonzert im Kunstmuseum. Der junge Tastenkünstler – geboren 1981 in Göttingen – hat sich auf internationaler Ebene bereits eindrucksvoll etabliert. Sein bisher wichtigster Erfolg ist der 1. Preis im Internationalen Klavierwettbewerb in Cleveland/Ohio (USA), den er 2011 als erster deutscher Pianist samt Publikumspreis gewann.
Mit seiner erstaunlichen Kunst wusste Alexander Schimpf auch das Solinger Publikum im voll besetzten Meistermannsaal zu entzücken. Tiefen Eindruck hinterließen seine Technik, die Brillanz und Differenziertheit seines Spiels, der Verzicht auf jede Effekthascherei sowie seine sensible Ausdruckskraft.
Zwei Suiten erklangen im ersten Programmteil. Mit betörender Eleganz ließ Schimpf zunächst in der Französischen Suite Nr. 5 G-Dur (BWV 816) von Johann Sebastian Bach barocke Tanzformen funkeln. In feinsten Schattierungen entfaltete der Künstler dann die impressionistische Klangsinnlichkeit der Suite „Le Tombeau de Couperin“ von Maurice Ravel. Der furiose Finalsatz (Toccata) riss das Publikum zu „Bravo“-Rufen hin.
Leidenschaftliche Emotionen zelebrierte Schimpf im zweiten Teil. In Ludwig van Beethovens Sonate „Pathétique” Nr. 8 c-Moll (op. 13) gestaltete der Pianist mit fesselnder Intensität schmerzliches Pathos (Grave), stürmisches Aufbegehren (Allegro), seelenvollen Trost (Adagio) und bissige Schärfe (Rondo). Ein aufwühlendes Hörerlebnis bot Schimpf weiterhin mit den „5 Préludes“ op. 74 von Alexander Scriabin.
Der atemberaubende Parforceritt über die Tasten wurde mit jubelndem Beifall reich belohnt. chb