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17.02.2011 11:26
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Gärtnerei für Menschen mit Behinderung

Von Cora June Gaida, 8c, Humboldtgymnasium

„Ich schneide hier die Gräser zurück“, erzählt Michaela S.. Mit viel Eifer und Geschick bringt sie alle Gräser Topf für Topf auf die gleiche Höhe. Seit 15 Jahren arbeitet Michaela schon mit Freude und Engagement in der Gärtnerei. Und das Besondere daran ist: Michaela ist behindert und arbeitet bei der Lebenshilfe Solingen.

Die Lebenshilfe Solingen ist ein Verband, der Behinderten hilft und ihnen eine Chance gibt zu arbeiten. Ihre Anfänge hatte die Lebenshilfe 1959 als Wilhelm Hartschen den Verein „Lebenshilfe für das geistig behinderte Kind“ gründete. Er hatte sich bereits vorher für die Integration von Behinderten eingesetzt und es war sein Ziel, durch diesen Verein die Lebensbedingungen der Behinderten zu verbessern.

1960 kaufte die Stadtverwaltung Solingens ein altes Gärtnereigelände and der Liebigstrasse in Solingen Wald auf, was sich jedoch bald als zu klein erwies. Also kaufte die Lebenshilfe ein 1,5 Hektar großes Grundstück an der Langhansstrasse und errichtete dort eine moderne Gärtnerei mit automatischen Lüftungs- und Schattierungsanlagen, Sozial- und Arbeitsräumen und einem Speiseraum mitsamt Küche. Durch zahlreiche Ausbauten existieren heute sechs Gewächshäuser auf 4000 Quadratmeter, 10 000 Quadratmeter Freiland und ein großes Regenwasserauffangbecken, welches als Wasserspeicher dient.

Die Lebenshilfe Solingen ermöglicht vielen Behinderten einen Arbeitsplatz, den sie sonst nie bekommen hätten. Es gibt eine Außen- und Innengruppe. Jeder muss im Rahmen seiner Möglichkeiten jede Arbeit machen. Die Menschen topfen innerhalb der Gärtnerei um, gießen, düngen und bewirtschaften die Felder. In den gewächshäusern werden das ganze Jahr hindurch Pflanzen gezüchtet, egal ob Winter oder Sommer, Frühling oder Herbst. Während im Sommer Blumen und Zierpflanzen gezüchtet werden, wachsen im Winter Hängeampeln und Efeu.

In der Gärtnerei arbeiten rund 40 Behinderte und 8 Betreuer. Um Betreuer zu werden, muss man eine Sonderpädagogische Zusatzausbildung durchlaufen und eine gärtnerische Fachausbildung haben. Die Pflanzen, die die Behinderten züchten und pflegen, gehen sowohl an Großmärkte in Neuss und Wuppertal als auch an private Kunden und Gärtnereien. Doch manche Behinderte arbeiten nicht nur in der Gärtnerei: Sie dürfen zu Kunden gehen und dort Gartenpflege betreiben. „Die Behinderten freuen sich über jeden kleinen Erfolg, den sie haben“, so Frau Löper, eine der Betreuerinnen. Die Lebenshilfe Solingen ist für viele behinderte Menschen eine Bereicherung fürs Leben.