SCHULKONZERT Kaling Khouw spielte gestern vor Fünftklässlern.
„Wieso langweilig? Das weißt du doch noch gar nicht. Hör’s dir doch erst mal an!“, konterte Kaling Khouw freundlich, aber bestimmt den halblauten Kommentar aus der dritten Reihe des Pina-Bausch-Saals – noch bevor der erste Ton gespielt war.
Die Stipendiatin der Orchesterakademie stand am Dienstagmorgen für ein besonderes Konzert am Pult der Bergischen Symphoniker: Ausschließlich Fünftklässler aus verschiedenen Solinger Schulen saßen auf den bequemen roten Polsterstühlen. Benjamin Brittens „Young Person’s Guide to the Orchestra” stand auf dem Programm, also eine Einführung in die Welt des Orchesters speziell für junge Leute. Die waren sichtlich gespannt auf das, was sich hinter diesem Titel verbarg. Zumal sie weitgehend unvorbereitet waren. „In diesem Jahr haben wir leider kein Material für den Unterricht bekommen“, bedauerte Christine Schmitz, Lehrerin an der Geschwister-Scholl-Gesamtschule.
Florian, Fabian, Yasemin und Sena (alle zehn und elf) beobachteten interessiert das Hereinkommen der Musiker auf die Bühne. Dass jede Instrumentengruppe ihren traditionellen Platz im Orchester hat, war ihnen neu. Rätselraten zu Beginn: Wann ist wohl das Stück geschrieben worden, das vorab gespielt wurde und auf dessen Grundmotiv Brittens Musik geschrieben ist? Im 17. oder 19. Jahrhundert – oder gar in unserer heutigen Zeit? Viele zuckten ratlos mit den Schultern, aber genauso viele antworteten spontan richtig: „1650!“
„Viele Schüler kommen sonst mit klassischer Musik nicht in Berührung“
Khaling Kouw ließ ihre Musiker in kurzen Blocks spielen, zeigte die Instrumentengruppen auf: die Holz- und Blechbläser, das Schlagwerk und die Streicher. Sie erklärte sie plastisch, kurz und prägnant. „Wir sind sehr dankbar, dass die Symphoniker so etwas anbieten“, sagte Ines Liebegott vom Gymnasium Schwertstraße. „Viele Schüler kommen sonst gar nicht mit klassischer Musik in Berührung.“ Trotzdem blieb das Ganze für viele Schüler gewöhnungsbedürftig. „Geht so …“, sagt Florian denn auch ehrlich auf die Frage, wie es ihm gefallen hat. jsl