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27.06.2012 09:22
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DREI FRAGEN AN …

DREI FRAGEN AN …

. . . Dr. Rolf Jessewitsch, Leiter des Kunstmuseums Solingen, zu Ereignissen rund ums geplante „Zentrum für verfolgte Künste“.

Im Spätsommer soll der Vertrag zwischen der Stadt Solingen und dem Landschaftsverband Rheinland (LVR) für das „Zentrum für verfolgte Künste“ unterschrieben werden, wie ist der Stand der Dinge?

Im Kulturausschuss hat Oberbürgermeister Norbert Feith bekanntgegeben, dass die für den Vertrag nötigen Unterlagen vergangene Woche wieder an den Landschaftsverband Rheinland gegangen sind. Das Thema ist sehr komplex, auch weil Solingen ein Sparkonzept umsetzen muss und keine finanziellen Versprechungen machen darf. Bezirksregierung und Ministerium werden dann auch noch um ihr Einverständnis gefragt. Ich rechne damit, dass alles nach der Sommerpause ins Rollen kommt. Das geplante „Zentrum für verfolgte Künste“ findet übrigens nach wie vor überregionale Aufmerksamkeit und prominente Unterstützer.

Inwiefern?
Die Literaturnobelpreisträgerin Herta Müller war bei uns zu Besuch, gemeinsam mit einem Vertreter des Literaturhauses in Frankfurt. Sie haben sich zwei Stunden lang sehr sorgfältig unsere Sammlung angesehen. Es wurde noch einmal deutlich, dass wir einen besonderen Schwerpunkt haben, der mit denen, die sich mit Exil-
literatur befassen, nicht vergleichbar ist. Ich war froh, wie beeindruckt sich Herta Müller auch von den Bildern der Bürgerstiftung aus der Sammlung Schneider gezeigt hat. Sie hat signalisiert, dass sie ein „Zentrum für verfolgte Künste“ weiter unterstützen will. Der Brief, den sie an Bundeskanzlerin Angela Merkel geschrieben hatte, wird also keine Eintagsfliege bleiben. Herta Müller ist auch sehr angetan vom Wirken der Else-Lasker-Schüler-Gesellschaft, die uns am 8. Juli Bilder von Else Lasker-Schüler als Dauerleihgabe bei einer öffentlichen Veranstaltung überreicht.


Was ist das für eine Veranstaltung?

Die Else-Lasker-Schüler-Gesellschaft übergibt fürs „Deutsche Zentrum für verfolgte Künste“ sechs Originalzeichnungen von Else Lasker-Schüler. Der Ankauf wurde von der Kulturstiftung der Länder, der Kunststiftung NRW und aus dem Bundeshaushalt gefördert. Die Schauspielerin Nina Hoger liest unter dem Titel „Der Prinz und der Barbar“ Texte von Else Lasker-Schüler und Gottfried Benn. Musikalisch wird der Vormittag am 8. Juli um 11 Uhr von Wolfgang Schmidtke mit Vertonungen von Elses Lyrik. Der Eintritt kostet 10 Euro. kc