ATOMKRAFT Zahlreiche Menschen protestierten in Gorleben - teils mit Gewalt.
Von Felix Leng, 8c, Humboldt Gymnasium
Gorleben: Es ist kalt und dunkel. Hier und da sieht man ein Licht. Es knistert und raschelt. Viele Menschen sind zusammengekommen, um gegen den Castor-Transport zu demonstrieren. Doch was sie nicht wissen: Die Polizei wird in wenigen Stunden hart durchgreifen gegen Demonstranten. So sah es an vielen Orten in Deutschland aus. Auf der gesamten Strecke zwischen La Hague in Frankreich bis hin zu Gorleben, dem Endlager für Atommüll, wurde protestiert.
Das Schottern verursachte einige Unstimmigkeiten zwischen Polizei und Demonstranten, unglaubliche Kosten von 50 Millionen Euro und Ärger in der Politik. Die Zahl der Polizeikräfte betrug fast 30 000 Mann, welche 1000 vorläufige Festnahmen vollstreckten. Unter den Demonstranten befanden sich auch der Chef der Linkenfraktion im Bundestag, Gregor Gysi und die Bundesvorsitzende der Grünen, Claudia Roth.
Es sei kaum zu begreifen, dass Menschen Polizeifahrzeuge mit brennbarer Flüssigkeit übergießen und anzünden, während die Beamten darin sitzen, so der Gewerkschaftsvorsitzender der Polizei Konrad Freiberger. Es entstanden richtige „Schlachten“ zwischen den Demonstranten und der Polizei.
Wasserwerfer auf Seiten der Polizei und Steine auf Seiten der Demonstranten. Dennoch gelangte der Castor-Zug nach Gorleben, wo der Atommüll gelagert werden soll. Mehrere Male schon wurde Atommüll zwischen La Hague und Gorleben transportiert. Dieses Jahr hat es mit 92 Stunden am längsten gedauert, bis der Zug am Ziel der Reise war.
Wenn Sie denken, dass die Proteste schon vorbei sind, haben Sie falsch gedacht. Zwar konnte die Polizei einen Sieg erringen, doch nach dem Transport ist vor dem Transport. Die Politiker denken an weitere Transporte nach Gorleben. Inzwischen gibt es auch schon Websites, die von Gruppen gegen Castor-Transporte gegründet wurden. Wir wurden immer schon mit diesem Thema konfrontiert, aber im Jahr 2010 ist es besonders aufgefallen. In den nächsten Jahren werden weitere Proteste folgen. Die Politik hat ein Rad in Bewegung gesetzt, welches erst in einigen Jahrzehnten aufgehalten werden kann.