ORGELKONZERT Blick hinter die Kulissen der Pfeifenorgel im Konzertsaal.
Von Jutta Schreiber-Lenz
„Anatomie einer Königin“ war das Erklär-Konzert überschrieben, das gestern Abend viele Interessierte in den Konzertsaal lockte. Und auch wenn Walter Dottermann mit der „Anatomie“ im Zusammenhang mit seiner geliebten Orgel nicht ganz glücklich war, so gefiel ihm die „Königin“ umso mehr. Schließlich, so der Kirchenmusiker, vereint die Orgel die Instrumenten-Klänge eines kompletten Orchesters und hat damit einen besonderen Rang unter allen Tonkörpern. Eine Orgel kann leise oder laut sein, sie kann knattern oder klingen, krachen oder unhörbare Töne spielen. Gut anderthalb Stunden lang gab der durch seine Tätigkeiten in Gräfrath und Wald bestens bekannte Dottermann launig und kompetent einen imponierenden Eindruck in das Was und Wie einer Pfeifenorgel.
Dabei wechselte er zwischen Wort und Musik, so dass verbale Erläuterungen stets von tonalen Beispielen unterlegt waren – und die nebenbei seine Virtuosität am Spieltisch bewiesen. Neben einem Kurz-Abriss über die Geschichte der Orgel, die wegen ihrer Mechanik lange als „Hydraulis“ bezeichnet wurde, stellte Walter Dottermann die Klais-Orgel des Konzertsaals vor. Und jeder, der nach dem letzten Schluss-Applaus den Saal verließ, war um das Wissen reicher, was ein Brust- oder Hauptwerk ist. Dass das Schwellwerk auf den ersten Blick nicht sichtbar hinter Holz-Lamellen verborgen ist und welche Register dort zu finden sind – ein kurzweiliger Abend.