Stadt und Politik machen es sich nicht leichter dadurch, dass sie im Super-Sparjahr 2010 das Verfahren ändern. Erstmals erlauben sie den Solingern, sich via Bürgerbeteiligung aktiv in die Kürzungsdebatte einzumischen. Zwar hat diese bloß empfehlenden Charakter, weil am Ende allein der Rat bestimmt, wo Ausgaben zu drosseln und Einnahmen zu steigern sind. Aber immerhin - das ist deutlich mehr als bisher. Den Fraktionen bietet das Modell die Gelegenheit, Widerstände auszuloten. Denn sie müssen auch auf harte Konfrontationen mit den Wählern gefasst sein - bis hin zu Protestkampagnen. Dann helfen nur gute Argumente. Genauso gut kann es aber passieren, dass Schnitte klaglos akzeptiert werden, die viel Gegenwehr vermuten ließen. Wer weiß schon, was die Menschen wirklich bewegt und welche neuen Ideen sie haben. So gesehen birgt das Testprojekt Spannungspotenzial. Es liegt an den Solingern, die Chance nicht ungenutzt verstreichen zu lassen.