„Hallo, ich bin Sebastian. Wir haben uns in der ersten Reihe gesehen.“ – Mit 25 Jahren ist Sebastian Manz nicht viel älter als seine Zuhörer an der Gesamtschule Solingen. Der Star-Klarinettist besuchte den Musikkurs des 12. Jahrgangs und stellte sich, seine Arbeit und sein Instrument vor.
Die Kursteilnehmer hatten Manz zuvor im 4. Philharmonischen Konzert mit den Bergischen Symphonikern gesehen – für die meisten der erste Besuch eines klassischen Konzerts. Beim Schulbesuch gab der führende Klarinettist seiner Generation nebenbei Tipps zur Bewerbung an Musikhochschulen und Fakten zur „Tom und Jerry“-Filmmusik.
Dann Gekicher – „Schmeckt am Anfang ungewöhnlich, aber mit der Zeit geht’s“, kommentierte Manz sein schmatzendes Lutschen auf dem Holzblatt seiner Klarinette. Er erklärte, dass die Plättchen feucht sein müssen, damit der Ton richtig schwingt.
Möglich werden die Treffen von Musikern und Schülern durch „Rhapsody in School“. Projektleiterin Sabine von Imhoff: „Rhapsoden waren Künstler, die Geschichten weitertrugen – so machen wir es auch.“
In Solingen arbeitet die Initiative eng mit den Bergischen Symphonikern zusammen. Die Idee stammt von Pianist Lars Vogt. Der gebürtige Dürener und seine Kollegen besuchen Kindergärten und Schulen an den Orten, an denen sie Konzerte spielen. Mehr als 100 Musiker machen mit, mehr als 700 Schulen haben sie weltweit bereits besucht. Ziel: Kinder und Jugendliche an klassische Musik heranführen.
Manz spielt international und gewann etwa den Klassik-Echo. Die Leidenschaft für seinen Beruf erklärte er so: „Musik ist das Ehrlichste, was es gibt – man kann sich nicht verstecken.“ cbi