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08.04.2011 10:41
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„Junge Menschen wünschen eine Schule für alle“

„Meine Tochter Lilly ist behindert, und sie soll in eine Regelschule“, klar und deutlich stellt Klaus Metzer seine Forderung. Er ist Besucher der Podiumsdiskussion, zu der die Stadtschulpflegschaft Solingen unter dem Vorsitz von Wolfgang Sinkwitz eingeladen hat. Schulministerin Sylvia Löhrmann steht 150 Eltern, Lehrern und Besuchern im Pädagogischen Zentrum Vogelsang Rede und Antwort.

Es geht um das Thema „Inklusion“. Bisher werden Kinder mit Behinderungen in Förderschulen unterrichtet. Während die integrierte Pädagogik die Eingliederung der „aussortierten“ Kinder mit Behinderungen anstrebt, tritt die inklusive Pädagogik dafür ein, dass alle Schüler - unabhängig von ihren Fähigkeiten oder Beeinträchtigungen - miteinander und voneinander lernen. Viele Eltern nichtbehinderter Kinder haben Angst, dass in solch einer Klasse ihr Kind nicht genug gefördert werden kann. „Darum muss Inklusion gewollt sein“, sagt Löhrmann, „sie kann nur funktionieren, wenn wir gemeinsam an diesem Ziel arbeiten - Vorbehalte und Ängste bremsen uns sonst aus.“ Kein Kind dürfe „verloren gehen“, berichtet die Ministerin weiter, Inklusion müsse im Kopf beginnen.

 Die vielen Wortmeldungen aus dem Publikum zeigen, dass Inklusion mehr bedeutet, als behinderte und nichtbehinderte Schüler gemeinsam zu unterrichten. Eine Solinger Grundschul-Lehrerin berichtet: „Inklusion findet in unserer Schule bereits statt, und es ist toll mitanzusehen, wie beide Seiten davon profitieren.“ Ein junger Mann, der gerade sein Abitur gemacht hat, betont, dass sich gerade junge Menschen eine Schule für alle wünschen und Ausgrenzung ablehnen. „Gesucht werden Pioniere“, sagt Sylvia Löhrmann, „die gesellschaftliche Diskussion muss geführt werden, um bestehende Ängste abzubauen.“

Weitere Mitglieder der Podiumsrunde: Landtagsabgeordneter Josef Neumann, Thomas Zander (VdK), Heike Herrig, Jürgen Isermann und Heike Meisen (Vorstand Stadtschulpflegschaft), Markus Preuss (Vorsitzender Schulausschuss), Carmen Thieler (Regionales Bildungsbüro), Michael Kotthaus (Gemeinsam leben lernen), Eckehard Vogt (GEW) und Moderator und Bildungsjournalist Armin Himmelrath. mr