STATISTIK In Leichlingen sinkt die Zahl die Unfälle, kreisweit nimmt sie zu.
Von Ekkehard Rüger
Rhein-Berg./Leichlingen. Landrat Hermann-Josef Tebroke hätte sich schönere Zahlen zu seiner öffentlichen Premiere als Chef der Kreispolizeibehörde gewünscht. Bei der Präsentation der Unfallstatistik 2011 musste er einen kreisweiten Anstieg der Unfälle mit Personenschaden um 19 Prozent verkünden. 1182 Menschen kamen zu Schaden. Das ist der höchste Stand seit 2003.
Besonders zwei Altersgruppen stechen heraus: die jungen Erwachsenen mit einem Plus von 36,5 Prozent – und die Senioren, deren Zahl der Leicht- und Schwerverletzten sowie Toten gegenüber 2010 sogar um 44,2 Prozent auf 173 zunahm. Auch drei der sechs Verkehrstoten in Rhein-Berg im vergangenen Jahr waren älter als 65 Jahre. Dennoch sagt der Direktionsleiter Verkehr, Polizeioberrat Albert Hebborn: „Senioren sind kein Schwerpunkt polizeilicher Arbeit in Rhein-Berg.“ Denn im Kreis gibt es dreimal so viele Senioren wie junge Erwachsene (18 bis 25 Jahre), aber die Zahl der Unfälle ist identisch. „Und wenn junge Fahrer verunglücken, hat das erheblich schlimmere Folgen.“ Denn Senioren verunglücken zwar überwiegend im Auto und sind auch meist schuld an den Unfällen, in die sie verwickelt sind, aber sie haben auch die besseren Vermeidungsstrategien. So fahren ältere Menschen konzentrierter und vorsichtiger, nutzen vor allem bekannte Strecken und verzichten auf überlastete Straßen und das Fahren bei Nacht. In der Summe fallen ihre Unfälle daher weniger dramatisch aus.
Darum richtet sich das Augenmerk der Polizei auch in diesem Jahr vor allem auf die jungen Fahrer. Tempo-, Alkohol- und Drogenkontrollen sollen helfen, die Zahl schwerer Unfälle zu senken. Das gilt auch für die Motorradfahrer, bei denen Rhein-Berg aufgrund seiner schönen und kurvenreichen Straßen hoch im Kurs steht. Kreisweit stiegen die Unfälle um 33 Prozent an. Jeder dritte Unfall wurde durch mangelhafte Bremsmanöver verursacht.
Deutlich weniger Unfälle, bei denen Kinder verletzt wurden
Leichlingen hält mit Blick auf die Unfallhäufigkeit den zweitniedrigsten Platz. Als Unfallbrennpunkt hat sich die Glüderstraße (K 4) in Witzhelden herauskristallisiert.
Im Fünf-Jahres-Vergleich: 2007 gab es insgesamt 83 Unfälle, 2011 waren es 73. Davon ereigneten sich im vergangenen Jahr 19 Unfälle in der Altesgruppe der 14- bis 24-Jährigen (2007: 14). Senioren waren 2007 sieben Mal in Unfälle verwickelt, 2011 neun Mal. 2007 waren 14 Kinder von Unfällen betroffen, 2011 vier.