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03.08.2011 10:21
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Inhaftierte Konvertiten: „Hinweise waren nicht konkret“

Frau Wehkamp, wie wirkt sich die Festnahme der zwei Konvertiten aus Solingen auf Ihre Integrationsarbeit aus?

Anne Wehkamp: Wir müssen erst einmal abwarten, was da los ist. Polizei und Staatsanwalt werden ermitteln. Und sollte an den Vorwürfen etwas dran sein, müssen wir genauer hinsehen. Wir wollen aber kein Klima des Misstrauens und der Verdächtigungen, das gefährdet den Dialog. Wir haben ein sehr gutes Netzwerk innerhalb der Stadt. Darauf wollen wir weiter aufbauen. Aber generell ist es schon so, dass das Misstrauen erst einmal größer geworden ist, man genauer hinschaut, mit wem man es zu tun hat.

Gab es Hinweise, die Sie und die Stadt hätten bemerken müssen?

Wehkamp: Wir hatten weder im christlich-islamischen Gesprächskreis noch im Netzwerk der Migrantenselbstorganisation mit dieser Moschee Kontakt.

Woran liegt das?

Wehkamp: Die Moscheen sind als Vereine organisiert. Wenn das nun eine kleine Gruppe ist, kann die sich auch irgendwo in einem Wohnzimmer treffen. Wir sind nicht zwangsläufig mit allen in Kontakt. Wir sprechen mit denen, die sich beteiligen und mitmachen wollen. Andere Vereine müssen sich ja ihre Mitgliederversammlungen auch nicht genehmigen lassen. Das wäre ein totalitäres Verfahren. Wir leben aber in einem freien Land.

Gab es Hinweise von anderen Moscheen und Vereinen?

Wehkamp: Es gibt Einschätzungen von Mitgliedern aus dem Integrationsrat, das macht ja Sinn. Aber es gibt eben auch eine enge Grenze. Es geht darum, mitzukriegen, was läuft, aber wir wollen nicht zu Denunziantentum ermutigen. Es sollte sein wie in einer guten Nachbarschaft. Sicher hat die Verteilung von Flugblättern und Aufklebern der „Wahren Religion“ in der Nordstadt sensibilisiert. Wir haben uns gefragt, wieso hier Flyer auftauchen und was sie bezwecken. Aber für uns gab es keine konkreten Hinweise. Polizei und Staatsschutz haben schnell und wachsam reagiert. bjb