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03.06.2009 10:28
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Im Einsatz gegen lärmende Gäste

Zerdepperte Bierflaschen, gröhlende Jugendliche und umgekippte Blumenkübel - in der Nähe einer Diskothek zu wohnen, ist besonders im Sommer für manchen Anwohner hart. Immer wieder gehen Beschwerden bei der Polizei und beim Ordnungsamt ein. Sowohl die Ordnungshüter als auch die Betreiber der Diskotheken und Szene-Lokale versuchen, Rüpeleien zu verhindern.

So fährt die Polizei beispielsweise jedes Wochenende im Umfeld des Szene-Lokals „Saitensprung“ (Neuenhofer Straße) Streife. Das „Saitensprung“ zieht mit Aufforderungen wie „Trinkt, was das Zeug hält“ vor allem junge Männer an. Es gibt zum Beispiel Partys, bei denen alle offenen Getränke einen Euro kosten.

Ein-Euro-Nächte gibt es im „Getaway“ nicht mehr

„Je jünger und je alkoholisierter die Gäste sind, desto höher die Wahrscheinlichkeit, dass sie sich daneben benehmen“, sagt Stephan Trunk, kommissarischer Leiter des Ordnungsamtes. Wieviel Unruhe die Gäste verbreiten, hänge von der Klientel ab. Trunk ergänzt aber, die Lage am „Saitensprung“ habe sich beruhigt.

Das Ordnungsamt führe unangekündigte Jugendschutzkontrollen in den drei großen Solinger Diskos durch: im „Getaway“, im „Saitensprung“ und im neu eröffneten „Nachtrausch“ in Ohligs. 16-Jährige müssen nach 22 Uhr die Diskos verlassen und an Gäste unter 19 Jahren dürfen keine branntweinhaltigen Getränke ausgeschenkt werden. „Irgendetwas finden wir bei jeder Kontrolle“, sagt Trunk.

Brennpunkte gebe es nicht, ergänzt Polizeisprecher Gustav Heyer: In jeder der Lokalitäten und zu jeder Jahreszeit gebe es immer wieder Probleme. Die reichen von Ruhestörung bis hin zu Sachbeschädigung. Um Straftaten von Jugendlichen kümmern sich die AG Jugend der Kriminalpolizei und der Arbeitskreis Ordnungspartnerschaft - ein Zusammenschluss von Jugendamt, Polizei, Stadtdienst Ordnung und Jugendgerichtshilfe.

Außerhalb der Disko können die Betreiber ihre Gäste nur eingeschränkt vom Pöbeln abhalten. „Saitensprung“-Geschäftsführer Carsten Jendhoff erklärt aber, dass seine Türsteher Gäste auf dem Parkplatz vor dem Lokal zur Ordnung riefen. Die Mitarbeiter einer Sicherheitsfirma würden kontrollieren, wer reinkommt. Stark alkoholisierte Besucher würden abgewiesen. Wer in der Disko übermäßig trinkt, bekomme nichts mehr ausgeschenkt. Seit letztem Jahr habe sich die Lage am „Saitensprung“ deutlich gebessert.

Jürgen Ries, Inhaber des „Getaway“, setzt seit Jahren auf ein verändertes Konzept: „Wir bieten nur noch sehr wenige Veranstaltungen für Jugendliche ab 16 Jahren an.“ Früher sei es ziemlich schlimm gewesen. Mittlerweile, so Ries, setze er auch auf der Straße und auf dem Parkplatz Sicherheitspersonal ein. „Bei gut besuchten Partys sind sechs bis sieben Sicherheitsleute da.“ fma