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01.09.2011 11:08
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Roller Derby: Hinfallen, aufstehen, entern

Von Lisa Scholz

Roller Derby ist eine Sportart, die über das Spielfeld hinausgeht – die Spielerinnen bleiben einander trotz allem immer freundschaftlich gesinnt. Dabei ist Roller Derby weiß Gott keine sanfte Sportart. 1935 wurde sie in Chicago erstmals gespielt, doch aufgrund der großen körperlichen Belastung gaben die Spieler bald auf. Der Sport erwachte 1999 zu neuem Leben, nachdem die Regeln überarbeitet worden waren. Seit 2006 gibt es auch in Deutschland Roller Derby-Mannschaften.

Alle Spielerinnen tragen
einen fiktiven Namen

Gespielt wird der Vollkontaktsport für Frauen ab 18 Jahren auf klassischen Rollschuhen in einer ovalen Bahn. Jede der beiden Mannschaften besteht aus vier Blockerinnen, die zusammen das sogenannte „Pack“ bilden, und einer „Jammerin“, die für das Team pro überrundeter Gegnerin Punkte sammelt. Daran muss das „Pack“ der gegnerischen Mannschaft sie hindern. Dabei gibt es klare Regeln: Die Ellbogen dürfen nicht eingesetzt werden, die Bereiche oberhalb der Schulter und unterhalb der Knieschoner sind tabu.

Und für viele ist Roller Derby viel mehr als eine Sportart: „Man schlüpft quasi in eine andere Rolle“, erklärt Chill Thunder. Auch die fiktiven Namen, die man sich gibt, tragen dazu bei, für ein paar Stunden jemand anderes sein zu können. „Es ist ein ungeschriebenes Gesetz, dass man seinen richtigen Namen nicht nennt“, erklärt Teamkollegin Miss Millhouse. Auf einer internationalen Liste sind all diese Namen vermerkt, sodass es jeden nur ein einziges Mal auf der Welt gibt.

Was sie an dem Sport auch schätzt, ist die gute Atmosphäre, die zwischen den Spielerinnen herrscht – sowohl des eigenen als auch des gegnerischen Teams. „Man geht sehr freundschaftlich miteinander um, leiht sich bei Bedarf Spielerinnen aus und trainiert manchmal zusammen.“

Spiele sind aber trotzdem etwas Besonderes, da sie nicht regelmäßig stattfinden – sie sind für die Gastgeber immer mit großem Aufwand verbunden. Außer dem morgigen Heimspiel steht dieses Jahr erst mal nichts mehr an. Es sei aber schon eine Anfrage von den Hamburg „Harbor Girls“ gekommen.

Der Name der „Pirate Brides“ geht auf die Entstehungsgeschichte des Teams zurück: Mitglieder der Essener „Devil Dolls“ „meuterten“ und gründeten 2010 ihre eigene Mannschaft. Die hat morgen in der Eissporthalle Solingen ihr erstes offizielles Spiel gegen die „Rollergirls of the Apocalypse“. Karten kosten sieben bis neun Euro.

Und für die, die selbst mitrollen wollen, veranstalten die „Pirate Brides“ demnächst ein „Rookie-Training“, eine Art Schnuppertag. Interessierte können sich mit dem Team über die Homepage in Verbindung setzen. Spielerinnen, Schiedsrichter und „Non-Skating-Officials“, die etwa fürs Punktezählen zuständig sind, werden immer gebraucht. „Man muss nicht perfekt Rollschuh fahren können“, sagt Chill Thunder. „Nur Angst vor dem Hinfallen sollte man nicht haben. Ich weiß, wovon ich spreche.“

Das Spiel der Piratenbräute findet am morgigen Freitag, 2. September, 20 Uhr in der Eissporthalle Solingen statt. Einlass ist ab 19 Uhr.
http://www.thepiratebrides.com

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