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01.08.2009 09:47
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Hering entlässt alle 62 Mitarbeiter

Es ist zu Ende. Für die insolvente Hering Fertigungstechnik im Dycker Feld gibt es offenbar keine Zukunft mehr. „Wir haben alle die Kündigung erhalten“, bestätigte der stellvertretende Betriebsratsvorsitzende Stefan Wicher (36) gestern im Gespräch mit dem Tageblatt. Das Werk in Gräfrath werde Ende Oktober stillgelegt. Betroffen seien 61 Mitarbeiter sowie ein Auszubildender. Der Vater von zwei Kindern, der gerade erst aus dem Sommerurlaub zurückgekehrt ist, erhielt das Einschreiben gestern.

Das Aus habe sich zuletzt bereits angekündigt, berichtet Wicher. Niemand wollte den Automobilzulieferer mit samt seiner weiteren Werke in Aspach (muss laut Wicher ebenfalls schließen) sowie in Albstadt (eventuell zu retten) übernehmen. Die drei Interessenten, die sich meldeten, sprangen alle ab.

Anfang Juni hatte Hering den Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens stellen müssen. Insgesamt beschäftigt die Gruppe 260 Mitarbeiter. Sie ist unter dem Dach der ebenfalls zahlungsunfähigen Saltus Technology AG angesiedelt. Bei Hering im Dycker Feld wurde bereits seit 2008 kurzgearbeitet. Die Wirtschaftskrise setzte dem Unternehmen stark zu. Mit seiner Serienfertigung für Motorenteile war der Betrieb vom Hauptkunden Bosch abhängig.

Ein „dünner Sozialplan“ bestehe zwar seit der Erklärung zur Insolvenz. „Doch der ist finanziell sehr schwach ausgestattet und gedeckelt. Das heißt: Es fließen derzeit keine Gelder“, sagt Norbert Lux von der IG Metall. Auch eine Auffanggesellschaft gebe es nicht - mangels Masse. Wicher: „Was hier passiert, ist schlimm. Wir haben alle Familie. Und wir hatten bis zuletzt Hoffnung.“ kra