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30.05.2011 10:58
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Kirchengemeinden teilen künftig Mitarbeiter

Neben dem Pfarrdienst müssen auch andere gemeindebezogene Berufsgruppen in der Evangelischen Kirche eine Zukunftschance haben, weshalb die Gemeinden bei der Personalplanung künftig verbindlich kooperieren sollen. Dafür warb Kirchenrat Dr. Volker Lehnert als Hauptreferent bei der Frühjahrssynode des Evangelischen Kirchenkreises Solingen, die am Wochenende im Evangelischen Gemeindezentrum Merscheid tagte.

Lehnert konstatierte landeskirchenweit eine „Erosion der Vollzeitstellen“. Aufgrund des permanenten Sparzwangs würden Stellen für Kirchenmusiker, Küster oder Gemeindepädagogen häufig stark eingeschränkt oder gleich ganz gestrichen. Um hier gegenzusteuern, so der Vorschlag, könnte die Landeskirche die Kirchenkreise zu einer gemeinsamen Personalplanung verpflichten. Dann müsste auch der Evangelische Kirchenkreis Solingen zukünftig ein Personalplanungskonzept für die gemeindebezogenen Dienste verabschieden: Hauptamtlich Mitarbeitende könnten dann für mehrere Gemeinden zuständig sein.

„Gleichzeitig müssten solche Stellen als Multiplikatoren für ehren- und nebenamtlich Tätige wirken“, so Pressepfarrer Thomas Förster. In mehreren Regionalkonferenzen sollen sich Vertreter aus Solinger Gemeinden und anderen Kirchenkreisen zu den Plänen äußern. Im Januar 2012 will die Landessynode der Evangelischen Kirche im Rheinland dann für alle Gemeinden und Kirchenkreise verbindliche Regelungen verabschieden.

Mit den Mehreinnahmen sollen Rücklagen gebildet werden

Als zweiter wichtiger Punkt stand die Einführung eines neuen kirchlichen Finanzwesens im Evangelischen Kirchenkreis auf der Tagesordnung. „Durch die Umstellung auf kaufmännische Buchführung zum neuen Haushaltsjahr ließe sich der Einsatz von Geld und anderen Ressourcen wesentlich zielgenauer planen“, betonte Superintendent Klaus Riesenbeck. Ernüchternd fiel für die Synodalen erneut der Blick auf die Statistik für das Jahr 2010 aus. Zwar war die Zahl der Kirchenaustritte mit 269 (bei 116 Kircheneintritten) so niedrig wie seit Jahren nicht mehr, trotzdem sank die Zahl der evangelischen Solinger erneut um 943 (2 Prozent) auf 50 499. Erfreulich war dagegen die finanzielle Entwicklung des letzten Jahres: Durch die gesamtgesellschaftlich positive wirtschaftliche Entwicklung konnte der Kirchenkreis statt der erwarteten 795 000 Euro gut 928 000 Euro an Kirchensteuereinnahmen verbuchen. Die Synode beschloss, den größten Teil der Mehreinnahmen in die Rücklage für wirtschaftlich schwerere Zeiten zu geben. chb