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30.03.2012 12:05
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Marlis B.: Sohn ist froh, wieder in Solingen zu sein

Von Hans-Peter Meurer

Fünf Tage nach Robert B. (24) ist auch sein Glaubensbruder Christian E. wieder in Solingen. Der 28-Jährige wurde trotz des Streiks an deutschen Flughäfen noch am

CHRONOLOGIE

FESTNAHME Im Juli 2011 werden Robert B. und Christian E. bei der Einreise nach England verhaftet. Sie kommen im Londoner Hochsicherheitsgefängnis Belmarsh in Untersuchungshaft.

URTEIL Im Februar werden beide vor dem obersten Strafgerichtshof Old Bailey in London wegen Verstoßes gegen die Anti-Terror-Gesetze zu Haftstrafen von sechs und neun Monaten verurteilt. Die Hälfte wird jeweils zur Bewährung ausgesetzt.

Dienstagabend von den britischen Justizbehörden am Londoner Airport Gatwick in ein Linienflugzeug gesetzt, das den Islam-Konvertiten nach Düsseldorf brachte. Dort wurde er von seinem Vater abgeholt.

Die beiden Solinger Islam-Konvertiten Robert B. und Christian E. waren im Juli 2011 bei ihrer Einreise nach Großbritannien in der Hafenstadt Dover festgenommen worden. Bei der Kontrolle stießen die Grenzpolizisten auf radikal-islamistische Propagandaschriften. Darunter befanden sich Texte, die auch auf ihren Laptops gespeichert waren – wie das englischsprachige Al-Qaida-Magazin „Inspire“, das eine Anleitung zum Bombenbau enthielt. Schon der Besitz dieser Schriften ist in England aufgrund schärferer Anti-Terror-Gesetze strafbar – im Gegensatz zu Deutschland, wo beide Solinger als nicht vorbestraft gelten.

Bei ihrer Vernehmung in Großbritannien gaben die Salafisten an, dass sie ursprünglich geplant hätten, von Belgien mit dem Flugzeug nach Ägypten zu reisen – angeblich, um wertvolle Bekleidungsstoffe zu kaufen. Beide hatten zusammen immerhin fast 4000 Euro bei sich.

Die Flugtickets seien ihnen in Brüssel dann aber zu teuer gewesen. Stattdessen habe man sich „spontan“ für eine Reise nach Großbritannien entschieden. Doch nach wie vor gehen die englischen Sicherheitsbehörden davon aus, dass die beiden Solinger Salafisten damals geplant hatten, sich in England mit Glaubensbrüdern zu treffen, mit denen sie bereits vor ihrer Einreise Kontakt über das Internet hatten.

Rückkehrer haben bereits wieder Kontakt zu Glaubensbrüdern

Robert B. ist inzwischen bei seiner Mutter in Gräfrath offiziell gemeldet, hat dort nach ST-Informationen auch einige Nächte verbracht. „Er ist natürlich froh, dass er wieder hier in Solingen ist“, sagt Marlis B., seine „überglückliche“ Mutter. Dabei weiß sie sehr wohl, dass Robert nach wie vor oft von seinen „Glaubensbrüdern“ spricht und bereits mehrfach wieder den Kontakt zu Salafisten in der Moschee an der Konrad-Adenauer-Straße gesucht hat – wie inzwischen auch Christian E. (28).

Doch die Mutter hofft auf eine „Normalisierung“, auf eine für sie „akzeptable Wiedereingliederung“ des Sohnes: „Er sucht sich jetzt eine eigene Wohnung und eine neue Arbeitsstelle“, sagt die Mutter. „Er kann ja weiter den muslimischen Glauben haben, aber ich kann nur hoffen, dass er die Kurve kriegt und sich von den radikalislamischen Salafisten distanziert.“ Aber noch sei dies nicht der Fall.

Geschockt sei ihr Sohn gewesen, als er von der Fülle der Berichte in den deutschen Medien erfahren habe. Öffentlich äußern werde er sich erst dazu, wenn überhaupt, wenn er sich mit dem ebenfalls in England verurteilten Christian E. besprochen habe.

Die Wuppertaler Staatsschützer haben nach ST-Informationen inzwischen Kontakt zu den beiden Heimkehrern aufgenommen und ein intensives „Gefährdungsgespräch“ geführt. Dabei ist auch angekündigt worden, dass beide verstärkt überwacht würden. Die Staatsschützer hatten Robert B. und Christian E. bereits vor deren Englandreise im Visier, nachdem die Solinger in den vergangenen Jahren mehrere Monate lang Sprachschulen in Ägypten besucht hatten.