OHLIGS Der Investor hat das ehemalige Amtsgericht mit viel Sorgfalt sanieren lassen.
Weitere Fotos: http://solinger-tageblatt.deEin Prachtstück soll es werden. Stolz führte Investor Jörg Föste gestern seine Gäste durch die Räume des ehemaligen Amtsgerichtes Ohligs an der Merscheider Straße (rechts neben dem Rathaus Ohligs). Das ganze Gebäudeensemble hat der 47-Jährige im Dezember 2006 von der Stadt gekauft. Nun sind die Außensanierungen weitgehend abgeschlossen.„Das ist eine historische Stunde“, betonte Jörg Föste, Mitinhaber der Werbeagentur „Conceptum“. „Das erste Mal seit seiner Errichtung im Jahre 1895 wird das ehemalige Amtsgericht einer privatwirtschaftlichen Nutzung zugeführt.“ Neuer alleiniger Mieter der 700 Quadratmeter (plus 100 Quadratmeter Ausbaufläche) wird die codecentric GmbH sein. Sichtlich begeistert nahm Geschäftsführer Mirko Novakovic den von Oberbürgermeister Franz Haug überreichten, fast einen Meter großen Schlüssel an. Denn zur Zeit sitzt das 2005 gegründete Unternehmen der Softwareentwicklung noch im Gründer- und Technologiezentrum in Höhscheid. 25 Arbeitsplätze bietet der Dienstleister, der sich mit open-source-basierten Anwendungen für IT-Systeme größerer Kunden beschäftigt. „In diesem Ambiente können wir ja nur wachsen“, gibt sich Geschäftsführer Novakovic zuversichtlich. Ein Ambiente vom Feinsten: Für Jörg Föste, der für die Instandsetzung und Sanierung des Höhscheider Rathauses den Denkmalpreis erhalten hat, ist das Gebäude „ein Überraschungsei“: Nicht nur, dass nach wochenlanger Abbeize alter Farbschichten auf der Fassade erstmals der alte Adler zur Geltung kommt - auch im Inneren war einiges zu entdecken. So versteckte sich unter dem Linoleum in allen drei Geschossen ein Mosaikfußboden in Rot, Weiß und Anthrazit. Liebe zum Detail verrät der Restaurator auch bei anderen Dingen: beim Original-Gesims etwa, bei Türen im ursprünglichen Stil, bei alten Klinken oder der wiederhergestellten Kassettendecke.3,1 Millionen Euro fließen in das GebäudeensembleOb bei so viel Schönheit, die jetzt anderen gehört, dem Oberbürgermeister nicht das Herz blutet? Dieser wehrt ab: „Dies alles hätte sich die Stadt gar nicht leisten können.“ Immerhin fließen nach Föstes Angaben stolze 3,1 Millionen Euro in das Gebäudeensemble. Nach dem Amtsgericht sind das Rathaus und das links davon stehende Bürgerhaus an der Reihe. Auch hierfür gebe es Interessenten, betont Maklerin Monika Presse. „Aber wir suchen noch. Es soll ja auch passen.“Für die codecentric Gmbh jedenfalls wird der Traum im Januar Wirklichkeit: Laut Plan sollen die Mitarbeiter des städtischen Sozialdienstes, die noch im Gebäude arbeiten, bald in den Rathausneubau in Mitte umziehen. sf