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31.05.2011 10:54
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Esel sind für Solingerin Kuscheltiere mit vier Hufen

Von Melissa Wienzek

Kennen Sie noch die Eseldame Theodora aus der Fauna? Ein kuscheliges braunes Tier, das der heimliche Star der Kinder war. Was ist aus ihr geworden? Die Solingerin Christiane Kessler (46) kann diese Frage beantworten: „Ich habe sie in meiner Pflegestelle aufgenommen, nachdem mich die Fauna kontaktiert hatte. Sie war überfüttert.“ Die Noteselhilfe habe Theodora dann in den Westerwald vermittelt. „Ich habe sie schon einmal besucht, ihr geht es gut.“ Die Noteselhilfe versucht, in Not geratene Esel oder Mulis in ein privates Zuhause zu vermitteln (siehe Kasten).

Mittel gegen Überfütterung:
Heu und Büsche

Überfütterung sei problematisch, denn im Gegensatz zu Pferden sollten Esel nicht die ganze Zeit fressen und auch nicht als „Rasenmäher“ für Wiesen benutzt werden. Sind sie zu dick, können schwerwiegende Krankheiten wie „Hufrehe“ auftreten. Dabei löst sich die Hufkapsel von der Lederhaut. Deshalb stehen karge „Lebensmittel“ auf dem Futterplan: Heu, Brombeerstrauch, Dornen- und Rosenbusch.

Theodora war übrigens nicht der erste Esel im Hause Kessler: „Kathi habe ich schon seit zwölf Jahren“, erzählt die gelernte Kartografin. Heute ist Kathi „irgendwas zwischen 25 und 30“, kerngesund und eine wahre Kuschelmaus. „Esel können bis zu 40 Jahre alt werden, das sollte man wissen, bevor man sich einen anschafft.“ Zusammen mit Harvey (16), einem Zwergesel, darf sie sich auf einem großen Waldstück mit dazugepachtetem Gelände austoben. Wo genau, soll nicht verraten werden, denn die Tiere sollen geschützt sein.

Dass Harvey etwa 30 Zentimeter kleiner ist als seine „große Schwester“, macht ihm nichts aus – er kompensiert das mit Kampf-Schmusen und Anstupsen. Das merkte ich auch persönlich: Während des Schreibens zupfte Harvey plötzlich an meinem Gürtel und schob mich zur Seite. Der Kleine mit dem Aalstrich auf dem Rücken kommt ursprünglich aus Gelsenkirchen. „Der Besitzer war einfach überfordert.“

Christiane Kessler will ein für alle mal mit dem Vorurteil „Esel sind stur“ aufräumen: „Sie überlegen einfach nur lange und sind kritisch. Sie folgen nicht jedem.“ Dadurch seien sie intelligenter als Pferde, findet die 46-Jährige. Esel hörten auch auf Kommandos, auf die Stimme des Menschen, und man könne sie sogar vor die Kutsche spannen. Kathi hat eien solche früher gezogen. „Harvey ist eher der Begleiter. Letztens sind wir mit den Pferden ausgeritten, Harvey hatte einen Rucksack umgeschnallt und die Getränke transportiert, das hat ihm riesigen Spaß gemacht.“ Und das, obwohl er im Dezember verhaltensgestört in Solingen ankam . . .

Platz ist immer für zwei Tiere, die vermittelt werden. „Harvey bleibt jetzt aber auch hier“, sagt Kessler mit einem glücklichen Lächeln. „Mein Mann und ich haben uns darauf geeinigt.“

Im Winter dürfen die ausgefallenen Haustiere übrigens ganz nah bei Familie Kessler sein: in einem Stall direkt am Haus. „Das ist mehr als ein Hobby.“

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