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04.02.2012 11:36
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Erstes Kälteopfer im Klinikum

Von Christina Biermann

Dauerfrost mit Temperaturen in den frühen Morgenstunden bis minus 15 Grad sagt der Deutsche Wetterdienst für die Klingenstadt am Wochenende voraus. Überwiegend soll die Sonne scheinen.

Inzwischen zollt Solingen dem eisigen Winterintermezzo erste Tribute. Das Städtische Klinikum nahm bereits am Mittwoch den ersten Patienten mit Unterkühlung auf, wie Sprecherin Karin Morawietz gestern auf ST-Nachfrage berichtete. Er wurde auf der Intensivstation behandelt. Hier wärmte man ihn etwa mit speziellen Infusionen und Gelmatten, wie Dr. Patrick Tralls, Leiter der Notaufnahme, erklärt. Kälteopfer seien in Solingen aber sehr selten, dafür sind lange Extremfrostperioden zu selten. Allerdings kämen vermehrt Patienten mit Herzproblemen. Hoher Luftdruck in Verbindung mit den kalten Temperaturen wirke sich auf die Gefäße aus. Das könne zu Schmerzen führen. Eine Erfahrung, die man auch in der St. Lukas Klinik macht. „Herzprobleme treten bei kaltem Wetter häufiger auf als sonst“, erklärt Sprecherin Cerstin Tschirner.

Das Deutsche Rote Kreuz ist in den kommenden Nächten mit dem „Kältebus“ unterwegs, verteilt Decken und heiße Getränke an Obdachlose, aber auch an gestrandete Partygänger (ST berichtete). Das Tierschutzforum überlegt derzeit, wie etwa Hunde von Obdachlosen versorgt werden können, und will mit Futter und Decken aushelfen.

Damit nicht mehr Menschen zu Schaden kommen, warnt Feuerwehr-Chef Frank Michael Fischer: „Unter keinen Umständen Eisflächen betreten. Das ist absolut lebensgefährlich.“ Wie am Ohligser Stiehls Teich warnen Schilder an Teichen und Talsperren vor der Gefahr, was auch Wirkung zu haben scheint. Fischer: „Wir haben glücklicherweise sehr selten Einsätze, weil jemand ins Eis einbricht.“

Die eisigen Temperaturen könnten für die Wehrleute selbst im Ernstfall Schwierigkeiten bereiten. „Alle Schläuche müssen sehr schnell entwässert werden“, erklärt Fischer. „Sonst würden sie sofort gefrieren.“ Und: Muss die Wehr zum Löschen ausrücken, wird sich in Sekundenschnelle eine spiegelnde Eisfläche an der Straße des Brandortes bilden. Dann heißt es: Schnell und viel streuen, damit es nicht zu Unfällen kommt.

Krad-Polizisten „satteln“ um und fahren zurzeit meist Funkwagen

Kalt ist auch Solingens Krad-Polizisten. Seit 27 Jahren ist Bernd Sablotny schon dabei, aber eine so lang anhaltende Frostperiode hat er selten erlebt. „Derzeit erfüllen wir unsere Aufgaben meistens mit dem Funkwagen“, sagt er. Auf dem Motorrad sei es bei weit unter null Grad einfach zu kalt. Besonders Hände und Füße litten im eisigen Fahrtwind.

Bei Gerlinde Rothlübbers, Geschäftsführerin des Mieterbundes Rheinisch-Bergisches Land, schellen bereits die Telefone. Erste Mieter melden defekte oder eingeschränkt funktionsfähige Heizungen. Sie rät: „Informieren Sie sofort Ihren Vermieter und drängen Sie auf zügige Lösung des Problems.“ Sehr schnell könnten bei ausgekühlten Wohnungen sonst Folgeschäden auftreten, etwa Schimmel oder gesundheitliche Schwierigkeiten.