Mitch Ryder ist eine Rocklegende - in seiner Heimat, den USA, hat er diesen Status schon seit Mitte der 60er Jahre inne. In Deutschland spätestens seit seinem Comeback mit dem 1979 ausgestrahlten Rockpalast-Auftritt und seinem Album „How I Spend My Vacation“.
So konzentrierte sich Ryder bei seinem Konzert am Samstagabend in der Cobra auch auf die Songs, die ihm seinen zweiten Karriere-Frühling gebracht haben. Der Speed-Rock’n’Roll von „Tough Kid“, das bissige „War“ oder das melodische „Red Scar Eyes“ - Mitch Ryder hatte sichtlich Spaß mit seinen Songs. Und der übertrug sich mühelos auf das begeisterte Publikum, das mal wieder sehr zahlreich in die Cobra gekommen war.
Schließlich gab es auch noch etwas zu feiern: Mitch Ryder ist am Samstag 66 Jahre alt geworden. Und so gab es vor der Zugabe noch ein Geburtstagsständchen von den Fans, sowie Geschenke wie Blumen und ein paar Töpfe Haribo, die Ryder sichtlich erfreut entgegennahm.
Befeuert von diesen Nettigkeiten, packte er zur Zugabe dann doch noch ein paar ganz alte Songs aus. Zum Beispiel „Little Latin Lupe Lu“, das mittlerweile auch schon 46 Jahre auf dem Buckel hat, oder das 1969 mit „Booker T. & the MGs“ aufgenommene „Liberty“. Dazu gab es noch saftige Cover von Hendrix „The Wind Cries Mary“ und dem Soul-Standard „It’s All Over Now“. Und selbst zu einer zweiten Zugabe ließ sich der Alt-Rocker nicht lange bitten und zelebrierte zum Abschluss noch eine intensive Version des Doors-Klassikers „Soul Kitchen“.
Die Fans dankten Ryder mit überschwänglichem Applaus. Bleibt zu hoffen, dass der Mann aus Detroit Solingen demnächst wieder einmal mit einem seiner Auftritte beehrt. jm