FUND Güter der Wehrmacht im Wald vergraben. Waffen lagen in einem Bereich, in dem die Jugendherberge und der nahegelegene Kindergarten oft Ausflüge machen.
Stephan Trunk kann sich an keinen vergleichbaren Fund erinnern. „Wir haben immer wieder mit Fliegerbomben zu tun, aber das war schon eine große Entdeckung“, sagt der Leiter des Solinger Ordnungsamts. Der Hinweis sei einem Anwohner zu verdanken, der sich sehr präzise an eine Flakstellung der Wehrmacht an diesem Ort erinnern konnte.
Bei einer mehrtägigen Aktion hatte der Kampfmittelräumdienst auf einem Waldgrundstück am Flockertsberg eine Panzerfaust, 100 Granaten und 30 Kilogramm Munition gefunden und sichergestellt. Städtische Forstarbeiter mussten das Gelände zuvor von Unterholz befreien, um eine Untersuchung mit Metallsonden möglich zu machen.
Waffen und Munition lagen in einem Bereich, in dem die Jugendherberge und der nahegelegene Kindergarten oft Ausflüge machen. Sie waren in die Aktion eingeweiht, die Öffentlichkeit wurde aber nicht informiert, um Sammler von der Fundstelle fernzuhalten.
Es gibt kaum Aufzeichnungen zu solchen Depots, das Ordnungsamt ist daher auf Hinweise angewiesen. „Ganz wichtig: Wenn Waffen gefunden werden, auf keinen Fall anfassen, sondern die Polizei verständigen“, sagt Trunk. Wer sich an Stellungen erinnere, solle sich an Polizei oder Ordnungsamt wenden.
Ralf Rogge, Leiter des Solinger Stadtarchivs, ist sich recht sicher, dass es sich um Waffen und Munition aus den letzten Tagen des Zweiten Weltkriegs handelt. „Auf Solinger Gebiet gab es vorher ja kaum Kampfhandlungen“, sagt er. Rogge kennt die Gegend gut, er habe in der Gegend als Kind oft gespielt.
Die Amerikaner hatten Solingen am 16. April 1945 erreicht. „Wahrscheinlich haben deutsche Soldaten die Panzerfaust, Granaten und Munition vergraben, weil sie diese bei der Flucht nicht mitnehmen konnten. Dem Feind sollten sie aber auch nicht in die Hände fallen.“ Für ihn sehe es nach einer geordneten Auflösungserscheinung aus. bjb