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10.05.2010 10:13
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Dürpelfest: 1,6 Promille bei 16-Jährigen

Von Carolin Seidel

Gemütlich schlendern Matthias und Sebastian (Namen von der Redaktion geändert) an den Fahrgeschäften des Dürpelfestes vorbei. Inmitten der tosenden Menge und der lauten, bunten Attraktionen fühlen sich die beiden unbeobachtet und trinken genüsslich ihre orange-farbenden Mixgetränke (Alkopops). Ein Fehler, denn die beiden Jugendlichen sind unter 16 Jahren alt und verstoßen somit gegen das Jugendschutzgesetzt.

Das blieb am Wochenende bei der 36. Auflage des Dürpelfestes im Herzen von Ohligs nicht unbemerkt: Rund 34 Beamte (Polizisten und Ordnungshüter) waren rund um die Uhr im Einsatz und überraschten mit Alkoholkontrollen. Auch in diesem Jahr hatte das traditionelle Dürpelfest viel zu bieten: Auf fünf Bühnen mit etwa 40 Ständen herrschte Kirmes, Spaß und Gaumenfreude. Leckereien wie Eintopf, Rostbratwürstchen, Zuckerwatte und kandierte Früchte lockten, rasant und wagemutig wurde es bei den nach Adrenalin schreienden Fahrgeschäften. So katapultierte der „Freie Fall“ seine abenteuerlustigen Insassen erst in 32 Meter Höhe, um sie dann Dank Schwerkraft schreiend in Richtung Boden zurückstürzen zu lassen.

Isabell Mangano (14) und Danielle Rauh (14) waren begeistert: „Wir sind jedes Jahr hier. Man kann Freunde treffen und Spaß haben - es ist immer was los.“ Größter Anziehungspunkt waren dennoch die unzähligen Bierstände, vor denen sich ganze Menschenmassen tummelten. Darunter auch Minderjährige, die rauchend und mit Alkohol versorgt am Rande des Gehwegs standen.

„Trinken bis zum Umfallen - die Tendenz ist steigend“, erklärte Ordnungsbeamter Thomas Wolfen, der am Wochenende seine Augen aufmerksam offen hielt. Bereits Freitagabend hat es auf dem Dürpelfest 16 Maßnahmen gegeben. Dazu zählten die Sicherstellung von Alkohol, Benachrichtigung der Eltern und die „Ingewahrsamnahme“ von betrunkenen Jugendlichen. Spitzenreiter des Abends war ein 16-jähriger Festbesucher, der mit 1,6 Promille aus den feiernden Menschenmengen gefischt wurde.

Samstag mussten vier Jugendliche von den Eltern abgeholt werden

Polizei und Ordnungsamt arbeiten stets zusammen. „Die Jugendlichen sollen wissen, dass wir hier sind und ein Auge drauf haben. Wir müssen dir Gefahren abwehren“, betonte Polizistin Evelyn Schaefer von der Arbeitsgemeinschaft Jugendkriminalität. Im Vergleich zum Freitag ging es am Samstag eher ruhig zu: Vier Jugendliche mussten von den Eltern abgeholt werden. Eine gute Zahl, wie Ordnungsbeamter Achim Weiser weiß: „Ich war wirklich überrascht. Samstagabend ist nicht viel passiert.“

Trotzdem sei Eines ganz klar: „Wir werden weiter präsent sein und nicht aufhören zu kontrollieren.“ Denn auch in Zukunft sollen Solingens Feste gemessen über die Bühne gehen.