Fast drei Jahre hat es gedauert, aber jetzt scheint das Olbo-Projekt in Ohligs mit dem Bau eines Einkaufszentrums auf dem ehemaligen Gelände des Textilunternehmens endlich Konturen anzunehmen. Das ist jedenfalls das Fazit von Teilnehmern einer Abstimmungsrunde vom Mittwoch. Dabei wurde hinter verschlossenen Türen im Gründer- und Technologie-Zentrum von der Investoren-Gruppe Graf von Thun und Hohenstein Veith, der Eigentümerin des Ex-Olbo-Areals, sowie von einem süddeutschen Projektentwickler erstmals eine konkretere Überarbeitung der früher stark kritisierten Pläne vorgestellt.
Neuer Projektentwickler, neuer Architekt, neue Pläne
Die Pläne erläuterte unter anderem Wolfgang Rathke, neuer Architekt des Projektes. Demnach wird es kein Möbelhaus, auch kein betreutes Wohnen und keine Pflegeeinrichtungen wie ursprünglich vorgesehen geben. Stattdessen sollen neben einem Parkhaus, Arztpraxen und Büros nur Wohnungen gebaut werden.
Und auch dem Wunsch der Ohligser Politik wird jetzt wohl entsprochen: Inzwischen sind die Projektentwickler von dem ursprünglichen Plan, ein Einkaufszentrum mit fast 12 000 Quadratmetern Verkaufsfläche zu bauen, abgerückt. Jetzt sind nach ST-Informationen nur noch zwischen 5000 und maximal 7500 Quadratmetern vorgesehen.
Mittelpunkt soll dabei ein Lebensmittelfrischemarkt und ein fast Vollhaussortiment-Kaufhaus sein und Läden für solche Branchen, die in Ohligs kaum oder überhaupt nicht vertreten sind. Basis dafür ist ein Verträglichkeitsgutachten, das der Projektentwickler in Auftrag gegeben hatte. Es sollte zeigen, wie viel Verkaufsfläche Ohligs überhaupt noch vertragen kann, ohne bestehende Einzelhandelsgeschäfte zu gefährden. Das war ein Hauptwunsch der Politik und vor allem der Ohligser Werbe- und Interessengemeinschaft (OWG). Inhalt war aber auch ein Potenzial-Analyse, die als Basis für die Konzeption und mögliche Belegung des Einkaufszentrums dient.
Sicher ist nunmehr, dass der Zugang des Einkaufszentrums endgültig nicht mehr von der Düsseldorfer Straße aus erfolgt, sondern vom Markt her - und damit die Fußgängerzone nicht nur anbindet, sondern in ihr münden soll. „Wir müssen weiterhin abwarten, aber dies ist endlich eine brauchbare Grundlage“, waren die vom ST befragten Teilnehmer der Abstimmungsrunde nahezu durchweg optimistisch. Solingens Baudezernent Hartmut Hoferichter zeichnet den Fahrplan auf: Noch in diesem Jahr sollen konkretere Pläne in der Bezirksvertretung Ohligs vorgestellt und dann auch sofort das Bauleitplanverfahren mit der Bürgerbeteiligung eingeleitet werden. Denn es muss ein neuer Bauplan für das zwei Hektar große Areal aufgestellt werden. „Wenn alles glatt läuft, könnte im Spätherbst 2012 Baustart sein“, hofft Hoferichter. hpm