Auf der Homepage der Deutschen Bahn ist unter „Baustellen“ und „Fahrpläne“ nach wie vor zu lesen, dass ab dem 12. Dezember die Baustelle auf der Müngstener Brücke aufgehoben und Personenzüge der RB 47, dem „Müngstener“, im Normal-Fahrplan fahren werden. Ist das Zweckoptimismus, oder sollen Bahnreisende damit nur beruhigt werden?
„Beides nicht“, sagt dazu Bahn-Sprecher Udo Kampschulte. „Wir gehen nach wie vor davon aus, dass die Züge am 12. zum Fahrplanwechsel über die Müngstener Brücke rollen werden.“ Die Arbeiten an der obersten Gleistrasse der Brücke kämen trotz kühler Witterung gut voran. Und auch die vom Eisenbahnbundesamt (EBA) im Sperr-Bescheid verlangte Nachbesserung des Gutachtens zur Standsicherheit der Brücke würden bis Mitte kommender Woche nachgeliefert. „Dann muss das Eisenbahnbundesamt entscheiden, ob die Brücke wieder unter Verkehr gehen kann oder nicht“, sagt Kampschulte. Er war gestern Abend im Verkehrsausschuss des Landtags, weil man bei der Bahn AG davon ausgegangen war, dass dort die Sperrung der Müngstener Brücke durch das EBA Thema hätte sein können. „Das war aber nicht der Fall“, berichtete Kampschulte am Abend gegenüber dem ST.
Großsanierung nicht abhängig vom Betreiber der RB 47
Auch werde die Bahn AG weiter die Großsanierung der Brücke angehen, selbst wenn ab 2013 das Essener Konkurrenz-Bahnunternehmen „Abellio“ den Zuschlag für die Bedienung der RB 47 vom Verkehrsverbund Rhein/Ruhr (VRR) erhalten habe. Kampschulte: „Das sind zwei Paar Schuhe, ob wir fahren oder die Fahrstrecke zur Verfügung stellen.“ Für Letzteres erhält die DB Netz übrigens vom jeweiligen Betreiber Miete. Für die Strecke des Müngsteners sind das pro gefahrenem Kilometer rund 20 Euro.
Zur nächsten Sitzung des Verkehrsausschusses des Solinger Stadtrates hat die SPD beantragt, dass „kompetente Vertreter der Deutschen Bahn und des VRR umfassend berichten und aufklären zu den Themen Sperrung der Müngstener Brücke/Informationspolitik gegenüber der Stadt, zur Verkehrssicherheit der Brücke und zu den künftigen Sanierungsvorhaben“.
Auch der Allgemeine Verkehrsclub Deutschland kritisierte gestern die Informationspolitik der Bahn. hpm