Snippets
Snippets
06.05.2009 09:20
Drucken Vorlesen Senden
Über 300 Frauen suchten 2008 die Beratungsstelle von „Frauen helfen Frauen“ auf. „Das waren so viele wie noch nie seit unserer Gründung“, sagt Anne Grefer. „Auffallend ist, dass immer häufiger auch 14- bis 17-Jährige und über 60-Jährige die Beratungsstelle aufsuchen.“ Die Gründe sind vielfältig: Probleme mit der seelischen Gesundheit, Trennung, Scheidung und Gewalterfahrung, aber auch Einsamkeit und Trauer. Besonders die Schließung der Beratungsstelle „Salz“ für Arbeitslose und Hartz-IV-Empfänger sei zu spüren.

Innerhalb von zwei Monaten kamen fünf Frauen wegen K.o.-Tropfen

„Sehr zu schaffen macht uns auch, dass jetzt innerhalb von zwei Monaten fünf junge Frauen in der Beratungsstelle saßen, die mit K.o.-Tropfen betäubt wurden und jetzt mit den Folgen zu kämpfen haben“, sagt Anne Grefer. „Die Frauen wissen nicht, was mit ihnen alles geschehen ist.“ Die Beratungsstelle lädt nun am 17. Juni (19 Uhr) zu einem Vortrag ins Gebäude Brühler Straße 59 ein, um aufzuklären und Gegenstrategien aufzuzeigen.

Noch mehr Sorgen machen sich die Mitarbeiterinnen aber darüber, ob sie künftig mit städtischen Zuschüssen rechnen können. „Von der Stadt bekommen wir etwa die Hälfte dessen, was wir an Umsatz brauchen“, sagt die Psychologin Christine Lauster. „Die Ausgaben haben sich im vergangenen Jahr auf über 200 000 Euro belaufen.“ Von der Stadt gebe es 104 000 Euro. „An Sachkosten können wir nicht mehr sparen, da haben wir durch das Zusammenrücken mit der DiFa in einem Gebäude und anderen Maßnahmen alles getan.“

Wegen des hohen Bedarfs an Beratung werden Gruppen angeboten. „Wir haben aber auch erfahren, dass dies den Frauen sehr weiterhilft“, sagt Anne Grefer. Bereits am kommenden Dienstag beginnt eine Gesprächsgruppe für Frauen ab 60 Jahren, von 16 bis 17.30 Uhr. Ebenfalls am Dienstag startet von 18.30 bis 20 Uhr eine Gruppe zu Trennung und Scheidung und am 14. Mai eine Gruppe für seelisch-kranke Frauen. Weitere Infos und Kontakt: P 5 54 70 (Mo., 15.30 bis 17 Uhr, Mi., 13 bis 14.30 Uhr und Fr., 9 bis 10.30 Uhr). kc