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29.01.2009 09:08
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Zieht er den Stöpsel beim Kombi-Bad?
Von Thomas Kraft

Versenkt die SPD das Kombi-Bad? Parteichef Dr. Hans-Joachim Müller-Stöver stellt sich öffentlich gegen das umstrittene Projekt. Das Ergebnis der Machbarkeitsstudie wertet der Oberbürgermeister-Kandidat als K.o.-Kriterium: „Ein Kombi-Bad ist so nicht zu realisieren. Ich sehe auch keine Alternativen“, sagt Müller-Stöver mit Blick auf die vorgelegte Untersuchung. Laut dieser gibt es zwar eine Handvoll Interessenten, die in Solingen gerne ein Kombi-Bad betreiben wollen. Aber von diesen ist keiner bereit, den Bau zu finanzieren.

Müller-Stöver hält es für unverantwortlich, das Investitionsrisiko bei der Stadt abzuladen. Auch den Beginn eines wettbewerblichen Dialogs lehnt er ab. Diesen schlägt die Rathaus-Spitze vor, um die Konditionen für einen Kombi-Bad-Betrieb auszuloten. Die Kosten des Verfahrens liegen bei bis zu 340 000 Euro. „Das ist bei der städtischen Finanzlage unvertretbar“, sagt Müller-Stöver. Zudem befürchtet er, ein Kombi-Bad gefährde die Übergabe des Birker Bades an die Lebenshilfe.

SPD-Fraktion irritiert über Vorstoß ihres OB-Kandidaten

Durch sein Machtwort nimmt Müller-Stöver Ärger mit seiner Fraktion in Kauf. Deren Chef Ernst Lauterjung, auch Vorsitzender des Sportausschusses, gilt als Verfechter eines Kombi-Bades. Lauterjung reagiert irritiert auf Müller-Stövers Absage. „Ich halte das für verfrüht.“ Erst am Montag wollen die Spitzen von Partei und Fraktion beraten. Lauterjung räumt jedoch ein, dass es für das Kombi-Bad nicht rosig aussieht. „Man muss über Alternativen nachdenken.“ Egal wie die Debatte läuft, der SPD-Mann fordert eine schnelle Entscheidung. „Wir dürfen das nicht aufschieben.“

Mit Interesse nimmt die CDU zur Kenntnis, was sich derzeit bei ihrem Bündnispartner SPD tut. Die Union vertraut noch auf den Vorschlag des Rathauses. Fraktionschef Bernd Krebs sagt aber auch: „Wir dürfen uns nicht an den Begriff Kombi-Bad klammern. Ein Ersatzbad ist notwendig“ - um alte, marode Standort schließen zu können. Einen Bruch der Koalition befürchtet Krebs nicht. „Wir werden uns mit der SPD einigen“, sagt er voraus. Versuche, Keile ins Bündnis zu treiben, seien zum Scheitern verurteilt. Die Opposition im Rat will das Kombi-Bad verhindern und hofft, die SPD auf ihre Seite zu ziehen.

Während Müller-Stöver jetzt alte Bäder wie Ittertal und Vogelsang aufmöbeln will, warnt Oberbürgermeister Franz Haug (CDU) vor falschen Hoffnungen. Mit einer Investition in marode Standorte sei das Sparziel von 950 000 Euro jährlich im Bäderbetrieb nicht zu erreichen. Haug empfiehlt daher, den wettbewerblichen Dialog für das Kombi-Bad zu starten. „Das kostet Geld, bietet aber auch die bestmöglichen Erkenntnisse.“ » Guten Morgen