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24.05.2011 09:43
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Wut und Machtlosigkeit

Was die Spatzen in den Wupperbergen bereits von den Wipfeln der hohen Bäume pfiffen, ist nun traurige Gewissheit: Gestern bestätigte die Deutschen Bahn, dass die Statik der Müngstener Brücke derzeit nicht ausreiche, die üblich eingesetzten Triebwagenzüge – vollbesetzt natürlich – zu tragen.

Frisch damit konfrontiert löste dies gestern im Verkehrsausschuss des Rates (ASUKM) eine weitere Welle der Empörung aus. Zudem verdeutlichten die Reaktionen einmal mehr, „dass man eine unerträgliche Machtlosigkeit fühlt“, wie es Wolfgang Schmitz (BfS) ausdrückte.

„Das passt nahtlos ins bisherige erbärmliche wie miserable Bild, das uns die Bahn AG in den vergangenen Monaten präsentiert“, ereiferte sich auch CDU-Fraktionschef Bernd Krebs. Er fand dabei ungeteilte Zustimmungen bei allen Fraktionen. Krebs dachte dabei vor allem an die vielen Pendler. „Die Deutsche Bahn erbringt gegenüber dem Verkehrsverbund Rhein-Ruhr jetzt schon seit Monaten nicht die vertraglich festgelegten Leistungen – trotz des eingerichteten Schienenersatzverkehrs.“

Derzeitiger Schienenersatzverkehr
soll entscheidend verbessert werden

Denn der sei äußerst unattraktiv und „eine Zumutung“ für die Pendler. Der VRR kassiere zwar Strafzahlungen der Bahn, dafür solle der Verkehrsverbund aber nun auch „endlich etwas tun“, wetterte Krebs. Auch Grünen-Sprecher Dietmar Gaida ist dieser Meinung, doch sieht er die Bahn AG als Aufgabenträger allein in der Pflicht: „Es muss der Ersatzverkehr zwischen Solingen-Mitte, Schaberg und Güldenwerth optimiert werden!“ So wurde einstimmig ein Antrag der CDU verabschiedet, sich sowohl an die Bahn AG als auch an den VRR zu wenden. Ziel: Vor dem Hintergrund der erneuten längerfristigen Sperrung soll ein qualitativ entscheidend verbesserter Schienenersatzverkehr aufgestellt werden. Busse sollten zusätzliche Haltestellen anfahren wie die Krahenhöhe oder das Wohngebiet Eick und auch Müngsten selbst. „Der Tourismus im Brückenpark geht dort immer mehr vor die Hunde“, war die Meinung vieler Ausschussmitglieder. Zudem soll die Bahn AG verpflichtet werden, in jeder Sitzung des Verkehrsausschusses durch einen persönlich anwesenden DB-Mitarbeiter über den aktuellen Stand zu berichten. „Bis der Personenverkehr wieder normal über die Brücke rollt.“

Außerdem wurde Ausschussvorsitzender Arne Moritz, der auch CDU-Landtagssabgeordneter ist, beauftragt, zusammen mit den bergischen Kollegen in Düsseldorf Druck auf die Bahn auszuüben. hpm

» Siehe auch Seite 17