Mit scharfen Worten kritisiert die Industrie- und Handelskammer (IHK) die Stadt Wuppertal. Diese müsse die Bergische Entwicklungsagentur (BEA) mehr unterstützen. „Wuppertal kommt seiner Verpflichtung zur Stellung von Personal nicht vollständig nach“, mahnen IHK-Präsident Friedhelm Sträter und Hauptgeschäftsführer Michael Wenge. Es könne nicht sein, dass Wuppertaler Politiker gleichzeitig die Leistungen der BEA bemängelten.
Zwei Stellen blieben mehr als ein Jahr lang unbesetzt
„Die Kritik ist unangemessen“, entgegnet Wuppertals Stadtdirektor Johannes Slawig (CDU). Wuppertal müsse zwar noch eine halbe Stelle einbringen. „Die ersetzt mir aber niemand, wenn ich sie aus der Verwaltung abziehe.“ BEA-Geschäftsführer Bodo Middeldorf berichtet, dass zwei Stellen, die Wuppertal als Mitgesellschafter besetzen müsste, das ganze vorige Jahr über vakant geblieben seien. Erst vor zwei Monaten hätten die Wuppertaler eine der Stellen besetzt.
Die IHK geht in ihrer Kritik noch weiter. Das Wuppertaler Engagement für neue Kooperationsprojekte im Städtedreieck lasse zu wünschen übrig. Aus Sicht der IHK soll die Agentur ein Instrument für kommunale Zusammenarbeit sein - auch beim Marketing und der Wirtschaftsförderung. Hintergrund für die Attacke der IHK, die wie die drei Städte BEA-Gesellschafter ist, ist ein Antrag der Wuppertaler Ratsfraktionen von CDU und SPD. Sie fordern eine Erfolgsbilanz der Agentur (ST berichtete). Slawig hält das für sinnvoll, um zu erkennen, ob sich Erwartungen an die Agentur verändert hätten. Für ihn steht fest: Hauptaufgabe sind Wettbewerbe wie der „RegioCluster NRW“, aus dem die Agentur gerade 600 000 Euro für das Projekt „Surface.net - Kompetenzverbund Oberflächentechnik“ abgreifen konnte.
Remscheid dagegen will die Wirtschaftsförderung der bergischen Städte in die BEA integrieren. Für Slawig ein Unding. „Es kann nicht sein, dass auf diese Art ein Beitrag zur Haushaltskonsolidierung in Remscheid geleistet werden soll.“ Sven Wiertz, Büroleiter von Remscheids OB Beate Wilding (SPD), kontert: „Eine gemeinsame Wirtschaftsförderung fordern wir seit 2004 - weil sie Sinn macht, nicht aus Haushaltsgründen.“ Am 9. Juli ist die nächste BEA-Gesellschafterversammlung: eine Chance, über die Aufgaben zu diskutieren. luk, ab