In dieser Woche wurde in Müngsten feierlich der „Panorama-Radweg“ präsentiert. Ein Netz von Radwegen zwischen Ruhr und Sieg, der Touristen in die Region locken soll.
Schon zwei Tage später erleiden diese Bestrebungen einen herben Rückschlag: Der zur Nordbahntrasse gehörende Tunnel Schee auf der Stadtgrenze von Wuppertal und Sprockhövel muss nun doch in den Wintermonaten geschlossen werden – zum Schutz der Fledermäuse. Grund: Die Naturschutzverbände NRW haben sich bei der EU-Kommission in Brüssel massiv darüber beschwert, dass der Tunnel, der die A 46 unterquert, ganzjährig geöffnet sein sollte.
Aufgrund der Beschwerde hat die EU-Kommission wiederum das Land NRW informiert, und das zuständige Ministerium hat einen Erlass verfügt, wonach der Tunnel, der auch für die Solinger Korkenziehertrasse den Durchstich zum Radwegenetz des Ruhrgebiets darstellen soll, im Winter zu schließen ist. Dieser Erlass ging an die Düsseldorfer Bezirksregierung – die wiederum in einer Verfügung die Schließung des Tunnels sicherstellt.
Wuppertals Stadtentwicklungsdezernent Frank Meyer hat unterdessen bereits angekündigt, dass die Stadt gegen die Schließung des Tunnels vorgehen wird.
Besonders pikant ist die Wuppertaler Endlosdiskussion vor dem Hintergrund, dass in Hückeswagen gerade eine Einigung für den Höhsieper Tunnel erzielt worden ist. In diesem Tunnel, in dem ebenfalls Fledermäuse leben, wird eine spezielle Vorrichtung gebaut, so dass dieser in Zukunft ganzjährig geöffnet werden kann. Dies reicht dort offensichtlich zum Schutz der Fledermäuse.