Ratlosigkeit von hoch oben im Turmhotel bis tief unten in der Garage: „Ich kann die Sache nur auf mich zukommen lassen“, sagt Reiner Henkels. Der Betreiber des Parkhauses kam am Freitag aus dem Urlaub zurück – und wurde vom Verkauf der Karstadt-Immobilie ebenso überrascht wie die anderen Mieter.
„Das trifft uns richtig.“ Vor zwei Jahren investierte Henkels noch in eine neue Hebebühne, in Dampfstrahler und Kehrmaschinen. Selbst wenn das Parkhaus mit seinen 600 Plätzen erhalten bleiben sollte, weiß der 59-Jährige nicht, ob die Kunden nach Schließung des Warenhauses im August weiter kommen. Viele ließen ihren Wagen in der Waschstraße pflegen, während sie einkaufen gingen. Mit Henkels würde es zwei Mitarbeiter treffen.Hubert Henke ist Einzelkämpfer, aber mit seinen 58 Jahren nicht minder betroffen. „Wir werden einfach platt gemacht. Niemand von Karstadt oder den neuen Eigentümern lässt sich sehen“, klagt der Inhaber eines Schlüssel-Eildienstes. „Der Laden war einer der ersten in der Passage, 2009 würde er 40 Jahre bestehen.“ Die Umsätze seien in den letzten Jahren aber „ohne Ende“ eingebrochen. Henke: „Das ist nicht nur Karstadt schuld. Das liegt auch an der Stadt.“ Die ließ die Passage in Richtung Eiland und Stadt-Sparkasse zumauern.Am selben Reststück der Passage hat auch Frank Erbring sein Tabakwaren- und Lottogeschäft. „Offiziell wissen wir gar nichts“, sagt er. „Wir haben uns damit abgefunden, am 31. August die Tür zuzuschließen.“ Dann läuft der Mietvertrag aus. Erbring: „Seit wir hier vor viereinhalb Jahren angefangen haben, gab es nur Rückgänge.“„Sehr traurig“ ist Hasan Hüseyin Kör, der vor drei Monaten den Lebensmittelladen gegenüber der Sparkassen-Filiale übernahm. Wie es weitergeht, steht in den Sternen: „Ich bin kein Kapitalist. Ich muss arbeiten.“ Das müssen auch die Angestellten. Marion Schäfer, die für Holli’s Lederwaren arbeitet, erinnert sich an die Schließung von Multistore (vorher Kaufhalle): „Da durfte ich nach 36 Jahren gehen. Das war kein schönes Gefühl.“ Gunter Hagemann, der für Mr. Minit tätig ist, weiß, dass er an einem anderen Standort unterkommen kann: „Ich muss mir keine Sorgen machen.“Turmhotel: Karstadt klagt auf RäumungAnders sieht es bei Paul Schrörs aus. Zusammen mit Helmut Polmans führt er das Turmhotel. Schrörs übernahm es vor zwei Jahren – zahlt aber seit Juni 2007 keine Miete mehr: „Ich habe bei der Übernahme 150 000 Euro investiert. Karstadt hat aber nie den Mietvertrag unterschrieben.“ Der sei auf zehn Jahre angelegt gewesen, mit einer Mieter-Option, zehn Jahre zu verlängern. „Dann wollten sie aber die Kündigungsfrist auf ein halbes Jahr ändern. Die wussten, was sie mit uns gemacht haben.“ Karstadt fordere inzwischen die Räumung, habe letzte Woche Klage eingereicht. Wann das 72-Betten-Hotel schließt, ist offen – vielleicht zur Jahresmitte. Mit rund 50 Prozent war es zuletzt gut ausgelastet.Um Monate dreht es sich auch nur noch bei den Läden Zaga und Viva la Moda: Sie sollen Ende Februar in der Passage wiedereröffnet werden. „Wir werden aber nicht mehr renovieren“, sagen die Inhaber. flm
Probleme mit Oberschenkel: Mario Götze bricht Training abDortmund (dpa) - Mario Götzes Chancen auf einen Einsatz im Champions-League-Finale am Samstag gegen den FC Bayern ...