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15.06.2011 12:10
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Wie ist die Brücke zu retten?

Die Müngstener Brücke muss mit aller Macht verkehrstüchtig gehalten werden. Das meint Joachim de Bruyn-Outboter. Nur dies sichert nach Ansicht des Vorsitzenden des Bergischen Rings den dauerhaften Erhalt des Denkmals. Werde die Zugverbindung zwischen Solingen und Remscheid dagegen durch einen neuen Zweckbau ersetzt, werde die Brücke in absehbarer Zeit ganz verschwinden, befürchtet Bruyn-Outboter – allein wegen der hohen Wartungskosten.

Es gelte jetzt, die Öffentlichkeit für die Rettung der Müngstener Brücke zu mobilisieren. Bruyn-Outboter erinnert an die erfolgreiche Sanierung der Wuppertaler Schwebebahn, die Stück für Stück erneuert wurde. „Das darf nicht hinter verschlossenen Türen diskutiert werden.“

„Den Druck auf die Bahn auf allen Ebenen hoch halten.“

Sven Wolf Landtagsabgeordneter

Einen Sanierungsneubau nach dem Vorbild der Wuppertaler Schwebebahn, wie ihn auch die Solinger SPD anregt, ist technisch wohl durchaus machbar. So jedenfalls bewertet Michael Krietemeyer den Vorschlag. Der Wuppertaler war Projektleiter der dortigen Stadtwerke beim Umbau des Wahrzeichens. Der Stahl der Brücke ähnele dem der Schwebebahn – mit denselben Konsequenzen (etwa problematischen Schweißarbeiten). Zudem verweist Krietemeyer auf die enormen Kosten: Ein mehr als 100 Meter hohes und fast 500 Meter langes Bauwerk einzurüsten, sei schon eine Herausforderung an sich. Von einem teilweisen Austausch alter Brückenstücke hält der Fachmann nichts.

Derweil will der Wuppertaler Landtagsabgeordnete Sven Wolf (SPD) den Druck auf die Bahn „auf allen Ebenen“ hoch halten. Der Bundestagsabgeordnete Jürgen Hardt (CDU) setzt darauf, dass die Bahn die Müngstener Brücke wie angekündigt in den nächsten Jahren saniert. Der Forderung nach einem „Sanierungs-Neubau“, stehen beide skeptisch gegenüber. Bei der Schwebebahn habe sich gezeigt, dass so etwas zweieinhalbmal teurer werden kann als geplant, sagt Hardt.

Dem Ruf nach Landeszuschüssen erteilt Wolf eine Absage. Die Bahn habe genug Geld. Man müsse nur dafür sorgen, dass sie es in ihr Netz investiere und nicht in „internationale Projekte, wie einen Containerhafen in China“. Eine Betonbrücken-Neubau lehnen sowohl Hardt als auch Wolf ab. Um die 113 Jahre alte Stahlbrücke zu erhalten, kann sich der CDU-Politiker eher vorstellen, zur Not auf den direkten Güterverkehr zwischen Remscheid und Solingen zu verzichten.

Das Gerücht, nach denen die Deutsche Bahn die Verträge über den Schienenersatzverkehr zwischen Güldenwerth und Solingen bis zum Ende des Jahres abgeschlossen hat, dementierte Unternehmenssprecher U do Kampschulte. Wenn es denn solche Verträge gebe, hätte dies nichts mit dem zu tun, was die Bahn vorhabe. Man wolle so schnell wie möglich wieder Personenzüge über die Brücke fahren lassen.

Informationen erhofft Hardt sich von einem Treffen der CDU-Bundestagsabgeordneten aus NRW mit Vertretern der Bahn am 5. Juli. Dafür habe er als Thema die Müngstener Brücke, aber auch die ICE-Anbindung des Bergischen Landes angemeldet.

Auch der Solinger Landtagsabgeordnete Arne Moritz (CDU) will dafür kämpfen, dass die Brücke nicht neu gebaut, sondern saniert wird. Er sagt: „Wer einen Neubau fordert, erhält einen Betonneubau. Bahn und Bund werden bei einem Neubau die günstigste Variante wählen.“ Moritz betont aber, nie einen Betonneubau gefordert zu haben: „Ich bin bloß realistisch. Wer vor diesem Hintergrund einen Stahlneubau fordert, ist unrealistisch, populistisch und streut den Bürgern Sand in die Augen.“

Moritz weiter: „Ein Neubau als Maßnahme der Netzinfrastruktur wird durch den Bund gezahlt. Daher ist der für die Bahn finanziell attraktive Neubau sehr wohl haushaltsabhängig.“ Konstruktionsbedingt sei es bei der Müngstener Brücke im Unterschied zur Wuppertaler Schwebebahn nicht möglich, sämtliche tragenden Teile zu ersetzen, wie ihm mehrere Fachleute versichert hätten. ate, mel,red