Einen dicken Batzen des Geldes für den Klingenbad-Ausbau wird die Stadt versenken. Das ist bereits klar, bevor es am Weyersberg losgeht. Denn laut Uwe Schenk, Diplom-Ingenieur beim städtischen Dienstleistungsbetrieb Gebäude (DBSG), schluckt allein die Technik einen beträchtlichen Teil der Investitionssumme. Und diese wird im Erdreich unter dem Anbau installiert, mit dem sich die Halle zum zentralen Stützpunkt der Solinger Sportschwimmer mausern wird.
Auf 6,6 Millionen Euro beläuft sich das Gesamtvolumen des Projekts, das Kämmerer und Sportdezernent Ralf Weeke (SPD) als „wichtigstes Bauprojekt in diesem Jahr“ bezeichnet und für das er eine Punktlandung bei den Kosten erwartet. Denn gelingt diese nicht, hätten darunter andere Maßnahmen zu leiden, die die Stadt ebenfalls mit Mitteln aus dem Konjunkturpaket finanziert.
Schwimmer können auch nach Wuppertal ausweichen
Das Bauunternehmen Kissel versichert dem Rathaus, mit entsprechend spitzem Stift gerechnet zu haben, um den ambitionierten Kostenrahmen der Stadt einzuhalten. Die Solinger hatten sich gegen drei Mitbewerber durchgesetzt und den Zuschlag erhalten. Im Moment versendet Kissel die Ausschreibungen für die einzelnen Gewerke. Doch obwohl Geschäftsführer Dr. Norbert Zimmermann als Generalunternehmer mit möglichst vielen Solinger Handwerkern arbeiten will, stößt er bisher auf wenig Interesse. „Da kommt nicht viel.“ Kämmerer Weeke erwartet, dass sich das ändert, „wenn es bei den Ausschreibungen richtig zur Sache geht“.
Für den Anbau des neuen Beckens arbeitet Kissel mit dem Ingenieurbüro Hufen aus Krefeld zusammen, das bereits zahlreiche Schwimmhallen gebaut hat.
Der Startschuss für die Arbeiten fällt schon Anfang Februar, wenn der DBSG die ersten Leitungen zur Halle verlegen lässt, die ans Fernwärmenetz angeschlossen wird. Wirklich ernst wird es dann am Dienstag nach Ostern. Bis dahin stehen die Becken den Schwimmern noch zur Verfügung. Danach müssen die Vereine bis zum Sommer 2011 in die Hallen an der Birker Straße und in Ohligs ausweichen. Das Becken am Vogelsang ist für einen Abend geblockt. Zudem stellt das Schwimmleistungszentrum in Wuppertal täglich zwischen 17 und 20 Uhr eine 50-Meter-Bahn für Leistungsschwimmer bereit. Auch mit der Wuppertaler Schwimmoper sowie dem Leistungszentrum in Remscheid spricht die Stadt. Die Schulen verteilen sich auf die Sauerbrey- und die Birkerstraße. Mit Eröffnung der neuen Klingenhalle wird dann im Sommer 2011 das Hallenbad Ohligs schließen.
Mindestens ebenso wichtig wie der Anbau ist aus städtischer Sicht aber die energetische Sanierung, weil sie dem Etat künftig erheblich Kosten spart. Neben dem Dach, der Frontfassade, dem Foyer und der undichten Terrasse vor dem Eingang zur Haupttribüne werden auch Umkleiden und Duschen modernisiert. Ingenieur Schenk: „Der Besucher findet künftig kurze Wege vor.“ Dafür muss die Kegelbahn weichen. kra