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15.11.2011 10:09
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Weltkulturerbe: Düsseldorf legt nach

Von Annic Völkel

„Ich bin erleichtert und glücklich“, sagt Dieter Ziob. Seit Jahren setzt er sich dafür ein, dass der historische Stadtkern von Kaiserswerth den Titel eines Unesco-Weltkulturerbes tragen darf. Erster Schritt: Oberbürgermeister Dirk Elbers hat den Antrag zur Aufnahme in die NRW-Liste gestellt. Zuvor war schon die Bewerbung für Schloss Benrath bekannt geworden (ST berichtete).

 

MÜNGSTEN & CO.

KONKURRENTEN Für die NRW-Liste des Unesco-Weltkulturerbes vorgeschlagen sind außer Kaiserswerth und Schloss Benrath: der Astropeiler Stockert in Bad Münstereifel, eine Erweiterung des Weltkulturerbes Zeche Zollverein im Ruhrgebiet, die Bauten von Mies van der Rohe in Krefeld, der Fundort Neanderthal, Münsters Prinzipalmarkt, die Urbane Wasserlandschaft Paderborn und die Müngstener Brücke in Solingen.

Nun sind also beide Düsseldorfer Objekte im Rennen. Doch die Konkurrenz ist groß. Bis zum 1. August 2012 soll jedes Bundesland zwei Vorschläge aus dem Bereich Kulturerbe zu machen. Experten werden die Vielzahl der Bewerbungen auswerten. Ein Jahr später informiert die Kultusministerkonferenz der Länder die Unesco über die endgültige Auswahl der deutschen Bewerber.

„Wir haben hier mit der Kaiserpfalz und dem historischen Stadtkern ein wirklich einmaliges Ensemble“, freut sich Kaiserswerths Bezirksvorsteher Ulrich Decker über den Ratsbeschluss, dem nun der schnelle Antrag folgte. Natürlich habe man schon viele Besucher und Rummel im ältesten Stadtteil Düsseldorfs, mit dem Status eines Weltkulturerbes bekäme dies sicherlich noch „eine andere Dimension“.

Und vielleicht auch mehr Fördergelder für den Erhalt. Diesen Aspekt sieht Ziob, der auch Vorsitzender des Fördervereins Kaiserpfalz ist. Ob es nun glücklich sei, dass Düsseldorf gleich zwei Bewerbungen ins Rennen schickt? Dieter Ziob zweifelt: „Das Schloss Benrath ist schön, aber eben nur ein Schloss. Kaiserswerth bietet einen ganzen Stadtkern.“

Die Pfalz sei schließlich die zeitweilige Residenz von 57 Kaisern und Königen gewesen. Die Geschichte des Stadtteils reiche bis ins 7. Jahrhundert zurück. Zeugen der geschichtsträchtigen Vergangenheit des Stadtteils seien nicht nur die Ruine der Pfalz, sondern auch die Suitbertuskirche und der 1981 denkmalgerecht umgestaltete Stiftsplatz.