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12.05.2010 10:33
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Wahl reduziert Chance auf den A-3-Zubringer

Von Thomas Kraft

War der Wahlsonntag endgültig der Anfang vom Ende des Autobahn-Zubringers B 229n? Ein Blick auf die neuen Verhältnisse in Düsseldorf legt diese Vermutung nahe. Zwar ist das Geheimnis um das Gutachten des noch amtierenden NRW-Verkehrsministers Lutz Lienenkämper (CDU) bisher nicht gelüftet. Jedoch stellt sich die Frage, wie entscheidend das Papier und seine Empfehlung jetzt noch sind.

In einer ausführlichen Untersuchung haben sich Planer und Verkehrsexperten die Möglichkeiten angesehen, Solingen eine schnellere Zufahrt zur A 3 zu verschaffen. Dabei konkurrieren zwei Lösungen: Die eine schlägt eine Anbindung über die Haus Gravener Straße vor - was allerdings seit jeher auf den erbitterten Widerstand der Langenfelder Nachbarn stößt. Die andere Variante würde eine Verlängerung der Viehbachtalstraße quer durch Rupelrath vorsehen, um diese in Landwehr mit einem neuen Zubringer (B 229n) zu verbinden, der dann direkt bis zum Autobahnkreuz Langenfeld führt.

Für die SPD ist der Zubringer endgültig erledigt

Diese bis zu 40 Millionen Euro teure Variante bevorzugte über Jahrzehnte die Solinger CDU. Zuletzt aber öffnete sie sich in Gesprächen mit den Grünen auch für die Haus Gravener Straße. Was bleibt der Union auch anderes übrig? Außer ihr stemmen sich fast alle gegen die B 229n. Die Grünen verteufeln sie aus finanziellen und ökologischen Gründen seit jeher. Und inzwischen existiert auch ein Parteitagsbeschluss der Solinger SPD, diese Idee zu beerdigen. Selbst die FDP betont, welchen Charme die Lösung Haus Gravener Straße versprühe. Womöglich haben genau diese drei Parteien in Düsseldorf demnächst in einer Ampelkoalition das Sagen, während die CDU geschrumpft dasteht. Das spricht nicht für die B 229n. Planungspolitiker gehen zudem davon aus, dass auch das Lienenkämper-Gutachten diese Option wegen der gigantischen Kosten kaum empfehlen wird.

Sylvia Löhrmann, neue starke Frau der Solinger Grünen in Düsseldorf, will sich im Moment noch nicht festnageln lassen, sagt aber vielsagend: „Wir wollen eine einfache, preiswerte und verantwortbare Optimierung.“ Als solche gilt zunächst eine ertüchtigte Bonner Straße, später sogar vielleicht die Haus Gravener Straße. SPD-Frau Iris Preuß-Buchholz reagiert weniger zurückhaltend. „Ich denke, die B 229n hat sich jetzt endgültig erledigt“, sagt die Landtagsabgeordnete.

So weit will ihr frisch gewählter Kollege Arne Moritz (CDU) noch nicht gehen. „Die Situation in Düsseldorf macht es nicht einfacher“, erklärt er. „Aber für mich ist diese Variante noch nicht tot.“ Der Solinger verweist auf Langenfeld. „Dort sehen es Grüne und SPD ganz anders. Die wollen die Haus Gravener Straße nicht.“