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24.02.2010 09:52
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VHS will jedes Jahr höhere Preise

Der Sparkurs an der Bergischen Volkshochschule (VHS) wird die Nutzer härter treffen als bisher bekannt war. 2010 zahlt Wuppertal 3,1 Millionen Euro an die VHS, Solingen 1,3 Millionen: Um den Zuschussbedarf bis 2015 um 757 000 Euro zu senken, hat die VHS-Leitung ein Sparpaket geschnürt, das am Freitag in der Zweckverbandsversammlung beraten wird. Im März diskutieren die Stadträte.

WENIGER TEILNEHMER

STANDORT SOLINGEN 2001 bot die VHS 30 953 Unterrichtsstunden an und lockte 16 556 Nutzer an. Von 2004 auf 2005 (je rund 29 500 Stunden) stürzte die Nutzerzahl von 15 100 auf 12 808 förmlich ab. Spitzenwert nach der Fusion waren im Jahr 2007 14 432 Nutzer (26 360 Stunden). 2008 kamen 13 070 (26 059 Stunden; Quelle: Stadtdienst Einwohnerwesen). TREND 2009 sank die Gesamtzahl der Nutzer in beiden Städten von rund 39 600 auf etwa 37 200.

Im Paket: Steigerung der Teilnehmerentgelte um durchschnittlich 5 % - und zwar Jahr für Jahr bis 2015. „Die Steigerungen werden je nach Angebot unterschiedlich ausfallen“, erläutert der kaufmännische Leiter Udo H. Bente. „Die Details klären wir noch.“ Das VHS-Angebot werde teurer, behalte aber seine hohe Qualität.

Zwei Beispiele: Der Preis für ein wöchentliches Body-Workout (Muskeltraining, Dauer fünf Monate) in Solingen würde in diesem Jahr von 102 auf rund 107 Euro (5 %) steigen. Gedächtnis-Training für Senioren (fünf Monate, einmal wöchentlich) kostet hier derzeit 78 Euro: Kämen jährlich 5 % drauf, würde dieser Preis bis 2015 auf 105 Euro klettern. Bisherige Erhöhungen in Solingen seit der Fusion 2006 dienten dazu, das Wuppertaler Preisniveau zu erreichen, so Bente. Die VHS verbucht bislang jährlich etwa zwei Millionen Euro an Teilnehmer-Entgelten.

Insgesamt blieb sie 2009 bei den Erlösen mit 8,6 Millionen Euro eine Million Euro unter ihrem Wirtschaftsplan. Hauptursache laut Bente: Die Hartz-IV-Behörden beider Städte und die Arbeitsagenturen hätten Mittel für Schulabschlüsse und Berufsvorbereitung gestrichen.

Bis 2015 will die VHS-Leitung 23,55 Planstellen kürzen; zum Teil gehen die betroffenen Mitarbeiter in den Ruhestand. Eine Kollegin soll 2010 in die Solinger Stadtverwaltung wechseln, zwei Mitarbeiter ins Wuppertaler Rathaus. Aufgegeben werden soll die Bildungsberatung. Außerdem soll die Zahl der Lehrgänge, in denen Schulabschlüsse nachgeholt werden können, ab 2012 von 17 auf 15 reduziert werden. Sie finden dann nur noch in Cronenberg statt. Gestrichen wird die Kinderbetreuung für die Kurse „Deutsch als Fremdsprache“ - ebenso wie das bei Cineasten beliebte VHS-Kino in der Cobra. Noch 2010 soll damit Schluss sein. Ersparnis: jährlich 5000 Euro.

Verdi warnt vor den Folgen des Personalabbaus

Die Familienberatung soll ab 2013 in Solingen konzentriert werden (Birkenweiher 66). In Wuppertal gibt es für diesen Bereich - anders als in der Klingenstadt - zwei konfessionelle Anbieter. Zurzeit beschäftigt die Bergische VHS nach Bentes Angaben 150 Hauptberufler, 70 Auszubildende und 800 freie Mitarbeiter. Deren Honorare sollen ab Herbst 2010 um insgesamt 31 000 Euro gekürzt werden.

Kritik an den Plänen übt der Verdi-Bezirksverband in Wuppertal. Vom Personalabbau seien hauptsächlich Pädagogen betroffen, betont Gewerkschafterin Grit Genster: „Das trifft die Bergische VHS ins Mark.“ Verdi appelliere gemeinsam mit dem Personalrat an die Zweckverbandsversammlung, dem Wirtschaftsplan in dieser Form nicht zuzustimmen. ab