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15.12.2011 16:31
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Turm-Sprengung im Zeitplan

Der Generalplan steht längst, die letzten organisatorischen Vorbereitungen zur Sprengung des ehemaligen Turmhotels am kommenden Sonntag um

ST-LESERIN ZÄHLT DEN COUNTDOWN

GEWINNERIN Nicole vom Eigen heißt die Solingerin, die am Sonntag Stadtgeschichte schreiben wird. Die ST-Leserin ist die glückliche Gewinnerin, die den Countdown zählen darf, bevor der Sprengmeister der Firma Roller den berühmten roten Knopf drückt und das Turmhotel planmäßig auf die Seite legt. Miss Zöpfchen Janina vom Dorff zog die Gewinnerin aus einem Lostopf von 74 Einsendern. Sie alle hatten mindestens 10 Euro an die Tageblatt-Aktion „Kette der helfenden Hände“ gespendet und damit an der Verlosung teilgenommen. Genau 1283,45 Euro sind für den guten Zweck zusammengekommen – eine Summe, die die Investoren noch aufrunden wollen.

Als Anliegerin der Dorotheenstraße erfüllt sich Nicole vom Eigen sogar einen persönlichen Wunsch: „Endlich verschwindet der Turm aus unserem Blickfeld.“ sb.

BUSSE Von der Sprengung des ehemaligen Turmhotels am Sonntag ist der Busverkehr in der Solinger Innenstadt stark betroffen. An den Haltestellen Graf-Wilhelm-Platz sowie Mühlenplatz und Ufergarten kommt es ab ca. 9 Uhr und auch nach der Sprengung (13 Uhr) zu Einschränkungen und Änderungen in verschiedenen Linien-Verläufen. hpm Mehr Infos dazu in einer der nächsten ST-Ausgaben oder ab sofort im Internet unter http://www.solinger-tageblatt.de.

13 Uhr laufen aber noch auf Hochtouren. Es geht dabei vor allem um einen strikt einzuhaltenden Ablauf- und Sicherheitsplan. Darum trafen sich gestern Morgen gut 30 Führungskräfte der beteiligten Baufirmen, der Sprengfirma, Mitarbeiter von Polizei, Feuerwehr, Ordnungsamt, der Technischen Betriebe Solingen sowie der Hilfskräfte von DRK und Malteser Hilfsdienst (MHD) bei einem Ortstermin auf dem Neumarkt. Dabei ging es vornehmlich um Sicherheitsfragen und die Koordination der Einsatzkräfte. Besonderes Thema: die strikte Überwachung der Evakuierungszone und der Absperrungen.

Am Sonntag sind 260 Sicherheits- und Hilfskräfte im Einsatz

Die Gesamtorganisation und -verantwortung liegt in den Händen von Geo-Experts. „Wir sind gut in der Zeit, alles kann planmäßig beginnen“, zog Dr. Norbert Kühne, Chef der Dortmunder Firma, ein Zwischenfazit. Es sei bis Sonntag aber noch viel Kleinarbeit zu leisten.

Am Sonntag werden mehr als 260 Sicherheitskräfte rund um den Neumarkt im Einsatz sein. Darunter sind allein jeweils 50 von der Freiwilligen Feuerwehr und vom Technischen Hilfswerk. 60 Polizisten sind vor Ort, darunter Verstärkung aus Wuppertal vom Verkehrsdienst und aus der Einsatzhundertschaft. Nicht zu vergessen die vielen Mitarbeiter der städtischen Ämter und Betriebe.

Aus Sicherheitsgründen müssen 550 Solinger ihre Wohnungen verlassen. Bislang haben sich sechs bettlägrige Menschen gemeldet, die von den Maltesern abgeholt und im Seniorenzentrum Friedrichshof und im Seniorenzentrum Cronenberger Straße betreut werden. Die von der Evakuierung betroffenen, aber gehfähigen Solinger werden im Clemenssaal an der Goerdelerstraße mit Kaffee und Kuchen versorgt. „Es gibt auch vornehmlich ältere Menschen, bei denen durch solche Evakuierungen Erinnerungen an schwere Erlebnisse aus der Kriegszeit ausgelöst werden können“, erläutert Notfallseelsorgerin Simone Henn-Pausch vom Evangelischen Kirchenkreis. So werden am Sonntag auch Seelsorger bereitstehen, um mit diesen Menschen Gespräche zu führen.

Sonntagfrüh werden mobile Kräne mit riesigen Matten an den Auslegern vor das gläserne Signalhaus an der Einmündung Kasernenstraße gefahren, um das Gebäude vor möglichem „Steinschlag“ zu schützen.

Bereits am Samstag startet die Wuppertaler Sprengfirma Roller damit, die Bohrlöcher mit Sprengstoff zu befüllen. Dann wird ein speziell ausgebildeter Sicherheitdienst das Turmhotel „rund um die Uhr“ bewachen. Die Sprengung allein kostet schon eine „hohe fünfstellige Euro-Summe“, wie Helmut Roller, Chef der Sprengfirma, erklärte. Rund 100 Kilogramm Sprengstoff seien nötig, um das Hochhaus in die Knie zu zwingen. hpm