Das Müngstener Brückenfest (30. und 31. Oktober) ist auch in diesem Jahr ein Höhepunkt im bergischen Veranstaltungskalender. Doch ob diesmal die schweren historischen Dampflokzüge die Brücke befahren können, steht in den Sternen. Es droht, dass zum 1. Oktober alle Signale auf Rot stehen, kündigte vor Wochen das Eisenbahnbundesamt an, es sei denn, bis dahin werde die Standsicherheit des vor sich hin rostenden Stahlkolosses durch die Deutsche Bahn als Eigentümerin des Bauwerks nachgewiesen.
Am Sachstand habe sich nichts geändert, sagt Udo Kampschulte, Bahn-Sprecher in Düsseldorf. „Die vom Eisenbahnbundesamt von uns bis Ende September verlangten Nachmessungen zur Statik sind angelaufen.“ Parallel dazu erfolgten Instandsetzungsarbeiten. Hierbei würden unter anderem der Korrosionsschutz sukzessive erneuert, Bauteile verstärkt und marode ausgewechselt. Dies Finanzierung dafür sagte DB-Chef Dr. Rüdiger Grube der Solinger Landtagsabgeordneten, Sylvia Löhrmann, zu. Die Arbeiten würden aber mindestens fünf Jahre dauern.
Alle 28 Rollenlager der Brücke sollen ausgetauscht werden
„Ob bis zum Brückenfest alle 28 zum Teil festhängenden Rollenlager der Brücke ausgewechselt sind, lässt Kampschulte offen: „Wir stehen mit Lager-Herstellern in Verbindung, um einen Austausch der Rollenlager anzugehen. Ein Termin dafür steht aber noch nicht fest.“ Ältere Stahlbrücken wie die in Müngsten haben bewegliche Rollenlager. Wegen großer Störanfälligkeit werden diese bei Neubauten heute nicht mehr eingesetzt.
Rollenlager bestehen aus Stahlzylindern, die seitlich gehalten werden, und aus Lagerplatten. Im Zusammenspiel können damit Ausdehnungen durch Temperaturschwankungen, große Bewegungen und Schwingungen der Brücke ausgeglichen werden. Am 14. Juli lädt die Deutsche Bahn AG die Baudezernenten der drei bergischen Städte und die IHK zu einem Informationsgespräch ein. Dann will die Bahn AG über ihr weiteres Vorgehen berichten. hpm