Vogelsang oder Birkerbad? Die jahrelange Diskussion, welches der beiden Hallenbäder erhalten werden soll, könnte in einer Überraschung enden. Möglicherweise wird es Ende dieses Jahrzehnts heißen: keines von beiden. Denkbar ist, dass es ein neues Bad an einem neuen Standort gibt – und zwar im Nordwesten der Stadt. Die Verantwortlichen in Solingen und Haan haben erstmalig gemeinsam darüber diskutiert, ob ein von beiden Städten betriebenes Bad denkbar ist und welche Vorteile daraus erwachsen könnten.
Die Ausgangslage ist klar: Die drei Hallenbäder in Solingen und Haan sind marode, müssen mittelfristig jeweils für mehrere Millionen Euro saniert werden. Doch schon jetzt müssen Entscheidungen getroffen werden: in Solingen bis zum Herbst darüber, ob Birkerbad oder Vogelsang geschlossen werden. So will es die Bezirksregierung, die Solingen einen harten Sparkurs auferlegt.
In Haan müssen kurzfristig mehrere 100 000 Euro investiert werden, sonst droht die Schließung. Unter anderem ist das Dach undicht. Größere Investitionen sollen aber nicht vorgenommen werden: Auf 5,6 Millionen Euro wird die Sanierung geschätzt, der Verkehrswert des Bades beläuft sich auf vier Millionen Euro. „Ein Neubau ist günstiger“, sagt Willi Terhardt, Technischer Beigeordneter in Haan.
Sportpolitiker zeigen sich noch zurückhaltend
Er wäre noch günstiger, wenn Solingen eine Hälfte der Kosten übernehmen würde. Kämmerer Ralf Weeke kann diesem Gedanken etwas abgewinnen. Es sei Aufgabe der städtischen Bädergesellschaft, ein Konzept zu erarbeiten, sofern die Politik diese Variante in Erwägung ziehe. Grundsätzlich seien Bestrebungen, gemeinsame Projekte anzustoßen, zu begrüßen, sagte Weeke auf ST-Anfrage.
Entsprechend zurückhaltend äußern sich Solinger Sportpolitiker. Frank Schütz (CDU) gibt zu bedenken: Haan benötigt ein Bad, das ausreichend Kapazitäten fürs Schul- und Vereinsschwimmen bietet. Das ist in Solingen das Klingenbad. Vogelsang oder ein gemeinsames Bad müsste vornehmlich für die Öffentlichkeit zur Verfügung stehen.
Ernst Lauterjung (SPD) verweist darauf, dass sich die Gespräche zwischen den beiden Städten noch ganz am Anfang befänden. Allerdings sei es erfreulich, dass es solche Überlegungen überhaupt gebe. „Vor Jahren wäre es noch undenkbar gewesen, dass sich hochrangige Vertreter aus Solingen und Haan überhaupt an einen Tisch gesetzt hätten.“